Zugfahren – Eine Ode

Bitte einsteigen, Zug fährt ab! Ein Pfiff, ein Zischen, und los gehts, im zweitbesten Transportmittel der Welt (nach dem Fahrrad, natürlich).

Ja, ich bin ein großer Fan des Bahnfahrens. 3 Jahre lang war ich hauptberuflich eigentlich Zugfahrer, doch schon davor und danach habe ich die Reise im Zug immer sehr genossen. Vor allem lange Strecken sind in den fahrenden Sofas sehr lässig, wenn man das Glück hat, auf Strecken zu fahren, die nicht zur Gänze von Lärmschutzwänden vom Rest des Landes abgetrennt sind, dann gibt es viel zu sehen und viel zu entdecken, im Flugzeug sieht man die Welt zwar wie ein Vogel, aus dem Zugfenster heraus begegnet man ihr auf Augenhöhe, und weil die Geschwindigkeit nicht irre hoch ist, kann man die Eindrücke auch gut verarbeiten.

Bier und Suppen schmecken im Restaurationswagen besonders gut, vielleicht auch deswegen, weil der Restaurationswagen mittlerweile auf der Liste der bedrohten Luxusgüter steht, ebenso wie Waggons mit Abteilen. Beides ist natürlich sehr schade und nimmt dem Zugfahren ordentlich viel Romantik, aber das sind nicht die einzigen Probleme der modernen Bahnfahrt.

Diese fangen zum Beispiel mit den Bahnhöfen an: So, wie Flughäfen, Fußballstadien und Kindergärten werden diese Funktionsgebäude heute nicht mehr so gebaut, dass sie den Menschen den eigentlichen Zweck des Gebäudes möglichst zugänglich machen, sondern so, dass man möglichst viel Zeit in den Geschäften und also konsumierend verbringt. Vielerorts sind Bahnhöfe heute Shopping Center mit Gleisanschluss, in denen die Zugreisenden bestenfalls toleriert werden, ihnen die An-, Ab- und Weiterreise zu erleichtern, steht schon längst nicht mehr im Fokus der Planenden.

Heutzutage könnte man sich auch erwarten, dass man zum Beispiel innerhalb der EU online Tickets buchen und Sitzplätze reservieren kann, so, wie man es von Flug- oder mittlerweile sogar Busreisen kennt, aber ein halbwegs brauchbares Buchungssystem ist leider nicht vorhanden. Bewegt man sich innerhalb von Landesgrenzen, gehts womöglich noch halbwegs, sobald man aber international unterwegs ist, ist der Ticketkauf wirklich nur mühsam. Das ist bitter und schreckt sicher viele ab, mit dem Zug zu reisen.

Was aber noch bitterer ist, ist die stückchenweise Vernachlässigung des europäischen Schienennetzes. Der Kontinent ist durchzogen mit zum Teil hochqualitativen Verbindungen, aber weil aktuell wenig Geld in die Bahnfahrt investiert wird, verkommen diese Verbindungen zusehendst. Dabei wäre es ei leichtes, ein Hochgeschwindigkeitsnetz aufzubauen bzw. die bestehenden Anlagen zu verbessern, die Umwelt würde es uns jedenfalls danken. Japan beispielsweise zeigt vor, wies geht, hier könnte man sich Inspiration abholen.

Aus meiner Sicht müsste sich die EU darum bemühen, dass wieder in die Bahn investiert wird, die Voraussetzungen sind eigentlich ideal. Und es warat nicht nur wegen der Romantik.

Rom – Ein Reisebericht

Die Autofahrt ist 8 Sekunden alt, bis es beinahe zum ersten Unfall kommt. In der Tiefgarage. “So fast” schnaubt unser Fahrer. Dass er ein Stoppschild ignoriert hat, erwähnt er nicht. Willkommen in Rom, wo das Credo “Eine Sperrlinie ist keine Mauer” gelebt wird, auf jedem Millimeter Straße und oft genug daneben.

Bei der Fahrt vom Flughafen zum Hotel lerne ich neue Dimensionen des Scheissdraufs kennen und bin seelig entzückt. An einer ca. 400m langen Schlange an Linksabbiegern rechts vorbei, um dann bei Rot trotz Gegenverkehrs links abzubiegen? Andiamo.

Dabei wird eine Gelassenheit und Höflichkeit ausgestrahlt, die beineidenswert ist, so schön kann Autofahren sein, man muss sich halt den Platz nehmen, den man braucht, denn wenn alle drängeln, drängelt niemand.

Kurz bricht die Fassade: “Posso fumar?” Eine Passagierin verweigert das Rauchen, der folgende Satz auf Italienisch hört sich nach “Passt schon, dann erwürg ich halt nachher einen Hamster.” an.

Das Hotel wird im zweiten Anlauf gefunden nachdem man das “Flughafenmanöver” angewendet hat. Das haben wir am Flughafen kennengelernt, nachdem wir mit dem Bus, der uns vom Flugzeug zum Terminal brachte, einfach noch eine Runde gefahren sind, um nicht weiter im Stau zu stehen. Manche Probleme lösen sich von selbst, so auch das Problem der Navigation.

Das Hotel ist schön und hat ein schön hohes Gitter, die fehlenden Spitzen zeigen leider nicht, ob das Gitter etwas drinnen oder draußen halten soll.

Die Rezeptionistin spricht nur Italienisch, wir leider nicht, es dürfte sich um ein Hotel für Einheimische handeln. Beim Angeben sämtlicher Daten, die wir bereits per Mail kommuniziert haben, schaut mich die Jungfrau Maria mit leuchtendem Haarkranz streng an.

Due Zimmer sind schön und der Abstand zwischen den Betten groß, man ist hier schließlich katholisch und man geht auf Nummer sicher, der selbe Familienname könnte schließlich auf Geschwister hinweisen. Jungfrau Maria findet das gut. Es ghert afoch mea gschmust übersetzt sich womöglich schwer ins Italienische.

Nach vorgezogener Siesta, die man hier eigentlich gar nicht macht, startet die Stadterkundung. Zwar erst, nachdem die sehr freundliche Rezeptionistin uns das gesamte Hotel zeigt (mir wird gesagt, das Hotel sei sehr jung), die Distanz wird fast aufs Intime verringert, aber schließlich dürfen wir gehen.

Der Verkehr

Der Zufall will, dass die öffentlichen Verkehrsmittel streiken. Beim Blick auf den Busplan und den 11 Stationen überlegt man kurz in Richtung Taxi, nach 4 Minuten hat man aber ebenso viele Busstationen passiert und nimmt den Weg in die Stadt trotz der Qualität der Gehsteige, die in Wien als Stadtwanderwege durchgehen würden, per pedes in Angriff. Wir ernten seltsame Blicke, zu Fuß geht man hier nicht. Außer man ist Tourist.
Aber wir sind stur, auch der achte Scooter, der mit ungefähr Lichtgeschwindigkeit und 3 cm Abstand vorbeizieht bringt uns nicht bei, den Modus des persönlichen Transports zu ändern, Gehsteig hin, Selbstmord her.

Stichwort Scooter: Von denen gibt es hier lustige Mengen, das System, in dem sie sich fortbewegen, erfordert allerdings wahrscheinlich ein mehrjähriges Intensivstudium, auch hier scheisst man sich nix, als Fremdländer muss man wohl vor der ersten Fahrt Grappa oder anderen Nervensaft tanken, um nicht bei der ersten Kreuzung mit einem Heulkrampf am Straßenrand zu verenden.

Der primäre Bewegungsmodus ist die Autofahrt, La Machina ist dem Italiener heilig, auch wenn die meisten Heiligtümer aussehen, als hätte man sie ein paar Mal aus dem Fenster geworfen. Das gesamte Straßennetz ist aufs Auto ausgerichtet, und das nicht besonders gut, dementsprechend quälend und lähmend gestaltet sich das Vorankommen von A nach B.

Was geradezu irre ist, ist der öffentliche Verkehr, der diese Bezeichnung eigentlich fast nicht verdient. Fahrpläne gibt es im Allgemeinen nicht, Buse und Straßenbahnen sind da, wenns da sind, und die Zeiträume zwischen den Fahrzeugen sind unregelmäßig und eher sehr lang. Das Netz ist mäßig ausgebaut, die Fahrten trotz teilweise kurzer Distanzen sehr lang, die Buse und Straßenbahnen unglaublich ineffizient gebaut (Wo bitte ist der Platz hin?), und in Sachen Ampeln oder Infrastruktur werden die Öffis eher benachteiligt. Das macht wenig Freude, aber wahrscheinlich noch mehr, als mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Einige Wenige sehen wir mit gequälten Gesichtern vorbeiradeln, verblüffenderweise gibt es geführte Touristengruppen auf Velos, aber ich zweifle daran, dass da tatsächlich alle Leute dort ankommen, wo sie ankommen wollten.

Rom ist eine fantastische Stadt. Lebendig, quirlig, architektonisch spannend, man merkt den Menschen und der Stadt an, dass viele Sonnenstunden gut fürs Gemüt sind, selbst wenn das Bild an den Rändern ein wenig ausfranst. Aber über diese Fransen sieht man gerne hinweg, vor allem, weil es in Rom angeblich fantastisch einfach ist, fantastisch gut zu essen und zu trinken.

Das Essen

Das erste Lokal der Labung ist ein Reinfall. Die Suche davor ist lang, wir suchen etwas nicht allzu Touristisches (wir sind ja schließlich von Welt) und folgen der alten Regel, dass man sich in fremden Städten nicht in leere Beisln setzt. Und fahren damit eher ein. Die Pizza kommt frisch aus dem Tiefkühler, die Carbonara geziehmt sich wie eine Eierspeis mit Nudeln.

Praktischerweise sind die Portionen so klein, das man danach genug Appetit auf Anderes hat. Aufs Bier als Rettungsanker kann man sich nicht verlassen , wir sind in Italien, und gutes Bier ist ein sehr rares Gut.

Egal. Mund abputzen, weitermachen, die Stadt ist schließlich ein ziemliches Paradies für beinahe eh ois. Per ausgedehntem Hatscher erschließen wir den Petersplatz, die Engelsburg (ein Gebäude von beeindruckender Hässlichkeit), fliegen stolpernden Engerln gleich über den Tiber und ziehen danach von Spritzgetränklokal zu Spritzgetränklokal, vorbei am Pantheon (unglaublich beeindruckend), hin zum Trevi Brunnen.

Der Trevi Brunnen wird zur Zeit umgebaut. Der Baustelle nach zu urteilen könnts eine U-Bahn-Station werden. Wäre ich Filmfreund und wäre deswegen gekommen, hätte ich wohl jetzt ein emotionales Gefälle auszugleichen.

Weiter gehts mit dem Regierungspalast, dem Forum Trajan, dem Forum Romanum, der Schreibmaschine, dem Kolosseum, und an hunderten anderen wunderschönen, verdammt alten Gebäuden vorbei. Mir entkommt permanent ein “2000 Jahre ist das hier alt”, obwohl ich bereits früher in Rom war, bin ich davon gebannt, auf einer der Wiegen unseres heutigen Lebens zu wandern, so beseelt bedudelt bin ich nicht häufig.

Das nächste Spritzgetränklokal möchte gefunden werden, mich zieht es in Richtung Tiberinsel, weil sie in meiner Vorstellung ein einziges Spritzgetränkeldorado ist. Das geht sich in echt leider nicht aus, eh sehr schön, aber verbaut, wir überqueren den Fluss und sind in Trastevere, dem nicht mehr ganz so arg mit Touristen und Tourismus durchzogenen Stadtteil.

Denn das ist leider Roms Achillesferse: Die touristische Ausschlachtung und damit einhergehende Masse an Selfie-Sticks und Leuten mit Wanderrucksäcken, die auschauen, als würden sich darin Verpflegung für 3 Jahre befinden, ist auf Dauer ein wenig belastend. Eh schön und wichtig und so, aber etwas, mit dem man umgehen können sollte.

Das erste Lokal in Trastevere ist großartig. Hauswein um 3€ im Halbliterformat, köstliche Bruschetta, auch die Pizzen schauen fabelhaft aus, wir habens endlich gefunden, dieses kulinarische Paradies.

Beim beglucksten Verlassen des Kleinods fällt mir am Nebentisch etwas auf. Für den Wiener komisch: Ich geh zum Italiener und ess ein Schnitzel. Aber hier ist jetzt kein Platz für Ursprungsdebatten, wir müssen weiter.

Apropos Ursprung: Am Flughafen in Rom gibt es eine Kleinigkeit mit riesigem Potential zu bewundern, und zwar Klobrillen, die von alleine hochklappen, wenn sie nicht besetzt werden. Was das für Beziehungen aller Art bedeuten könnte, sollte man sich mal anschauen, ganz genau.

Was zur Zwietracht am Flughafen wieder beiträgt ist die Auswahl der Zeitschriften im entsprechenden Geschäft. So gut wie alle Magazine sind auf Italienisch. Kann man machen.

Zurück in die Stadt: Das erwähnte Kleinod ist nicht die erste und einzige gute Anlaufstelle für Köstliches, der Weg der Labung ist gepflastert mit Schweinsbratenbroten (jawohl), italienischen Craft-Bieren (jawohl!, vor allem kosten die Craft-Biere so viel wie die normalen) und süßen Versuchungen. Lediglich die Weinauswahl gestaltet sich nicht ganz banal, es gibt viele, viele Sorten, die das Spektrum von Gschloder bis atemberaubend abdecken, und der Preis ist nicht unbedingt eine Orientierungshilfe. Die meisten Weine sind eher auf der süßen Seite, das muss man mögen, andererseits setzt sich der Spritzwein (Vino Spritzo) auch in diesen Regionen schön langsam durch, und bei durchaus lauschigen Temperaturen passt das dann schon sehr gut.

Rom ist auf Grund meiner urlaubstechnischen Codierung sofort mit Entspannung und Ferien verbunden, das macht das Schlendern durch die Stadt natürlich noch viel angenehmer. Selbst wenn man mit Italien noch nichts am Hut hat, sollte man sich die Stadt auf jeden Fall gönnen, am besten ein paar Tage lang. Sie ist ziemlich einzigartig.

Fingerübung Ende.

Ein “Familienrezept”

Zu Weihnachten gabs bei mir zu Hause immer Barszcz (Borschtsch, eine polnische Rübensuppe) und Paszteciki, also Pastetchen, gefüllt mit Champignons, Zwiebel und Petersilie. Und nicht nur in meiner Erinnerung ganz, ganz köstlich. Ich habe meinen Vater gebeten, mir beizubringen, wie man diese Täschchen macht, wegen der Selbstversorgung warats, und so habe ich gelernt, die Täschchen selbst zu machen. Irgendwann habe ich mir gedacht, dass Weihnachten viel zu selten stattfindet, ich also die Pastetchen viel zu selten esse, und habe damit angefangen, sie einfach dann zu machen, wenn ich Gusto drauf habe. Weil sie köstlich schmecken. Und weil sie das ideale Gastgeschenk für Partys sind, mein Freundeskreis ist jedenfalls süchtig.

Um ihre Sucht zu erleichtern und die Pastetchen in die Welt hinauszutragen, gibts jetzt das Rezept.

Die Zutaten (für 12 Pastetchen)

Die Zubereitung

Schritt 1

Schneide die Zwiebel(n) klein, je nachdem, wie gern du Zwiebeln hast, kanns grober oder feiner zugehen.

Schritt 2


Schneide die Champignons klein. Ich persönlich trenne immer den Stengel ab, da er relativ viel Wasser beinhaltet und geschmacklich nicht sehr viel zum Gericht beiträgt. Das ist aber Geschmackssache. Schneide auch die Petersilie klein.

Schritt 3

Jetzt gehts ab in die Pfanne. Gib einen Esslöffel Olivenöl und einen Teelöffel Zucker in die heiße Pfanne, warte, bis der Zucker karamelisiert. Dann kommen die Zwiebeln rein, ein bisschen Tomatenmark, die Zwiebeln sollen glasig geschwitzt werden. Dann werden die Pilze bei relativ hoher Temperatur kurz scharf angebraten, dann solltest du die Hitze reduzieren. Salz, Pfeffer je nach Geschmack. Und zum Schluss kommt die Petersilie rein.

Schritt 4

Die Füllung ist fertig, jetzt vereinigt man sie mit dem Teig. Dazu nimmt man den Blätterteig ca. 10 Minuten vorm Verarbeiten aus dem Kühlschrank, dann lässt er sich leichter verarbeiten und schmeckt besser. Die Fülle sollte ein wenig auskühlen, dann fallen die nächsten Arbeitsschritte deutlich leichter. Ungeduldige Naturen wie ich müssen ein wenig aufpassen.

Zunächst schneiden wir den Teig in 6 gleich große Teile, idealerweise in Quadrate. Ist das geschafft, gibt man auf jedes Quadrat einen gehäuften Esslöffel Füllung.

Schritt 5

Der “schwierigste” Schritt: Man faltet die Täschchen. Ist aber gar nicht schwer, einfach die Ecken einschlagen, fertig. Wer möchte, kann ein Ei verrühren und damit die Pastetchen bestreichen, dann werden sie schön braun. Ich mach das nicht.

Schritt 6

Ab ins Rohr. Die Backzeit- und Temperatur findet man auf der Verpackung des Blätterteigs. Nach ca. 20 – 25 Minuten ist der Prozess aber im Regelfall beendet.

Mahlzeit!

Und so schauen sie aus, wenn sie fertig sind. Wie oben beschrieben kann man die Pastetchen mit Borscht essen, oder einfach so, oder in Begleitung einer Sauerrahmsauce, zum Beispiel.

Schreiben

Schreiben. Nein, Tippen. Nachdenken, und das Erdachte abtippen. Denn schreiben, dazu brauchst Papier und einen Stift, aber beides verwende ich nicht. Das, was ich mache, Tag ein, Tag aus, also eigentlich Arbeitstag ein, Arbeitstag aus, das ist nicht Schreiben. Das ist bestenfalls Nachdenken, und dann tippen. Die Finger als Verlängerung der Denkwurst, die aber eigentlich nicht lang genug ist, um Wurst genannt zu werden, es ist im besten Fall ein Würstchen.

Ein Würstchen, das hinausgepresst wird. An Gittern vorbei, an Filtern, an engen Maschen, die das Denken schon behindern, und das Schreiben und das Tippen noch mehr. Ich zensiere mich selbst, weil ich mir sage, dass etwas nicht gut genug ist (und dann lösche ich es einfach wieder), oder weil ich mir sage, dass man das so nicht schreiben kann. Weil es dann vielleicht jemanden stören könnte, und mit jemanden meine ich nicht mich.

Vielleicht müsste man beim Tippen gar nicht Nachdenken, bei dem, was man zum Verdienen vom Geld, von dem man dann etwas kauft, ach, lassen wir das, also: Vielleicht gehts auch ganz ohne Nachdenken, vielleicht haben die Finger die Filter schon verinnerlicht, besser, als es der Verstand gemacht hat, und vielleicht zensieren sie dann das, was beim Nachdenken herausgekommen ist.

Und vielleicht produzieren sie dann etwas, ganz von allein, das man zwar nur rein technisch gesehen Text nennen kann, der ok ist, der Fragen beantwortet, ein Text, der gefällig ist, der nicht aneckt, weil Texte sollen heutzutage nicht anecken, sie sollen performen, sie sollen beantworten, sie sollen, ach.

Was das hier soll? Es ist ein Versuch, zu erklären, was in einem Menschen vorgeht, der gerne schreibt, aber den ganzen Tag tippt, weil er nicht fürs Schreiben, sondern fürs Tippen bezahlt, für das Ausfüllen von Parametern bezahlt wird, die er sich selber steckt.

Weil man muss performen.

Der Text muss performen.

Und darüber gibts nichts nachzudenken, wirklich nicht, denn denken ist langsam, performen ist schnell und richtig.

Die Sehnsucht, zu schreiben, wie man glaubt, was man glaubt, was man spürt und was man wichtig nehmen möchte, diese Sehnsucht heißt es zu bekämpfen und ab und an betrunken in die Tastatur zu ventilieren.

Und am nächsten Tag heißts Mund abputzen, kurz schlecht oder gut fühlen, wobei der Unterschied zwischen den Zuständen eigentlich egal ist, und dann weiterzuperformen, immer weiter, immer weiter, oder kürzer, je nachdem, was das Korsett sagt. Sagt. Sagt. Sagt.

Wieso man die SPÖ in Wien zur Zeit nicht wählen sollte

Wien ist eine unglaublich lebenswerte Stadt. Sowohl für gutverdienende Manager und Managerinnen, als auch für Normalsterbliche. Verschiedene internationale Studien hieven Wien oft auf die oberste Stelle am Podest, und es stimmt: Wien ist eine verdammt lebenswerte Stadt. Aber sie ist es mittlerweile eher trotz der SPÖ, und nicht wegen. Wieso ich dieser Meinung bin, erkläre ich an einigen Beispielen.

Umgang mit dem Wahlvolk

Man tappt als Wahlberechtigter lange Zeit im Dunkeln, was den Wahltermin angeht, egal ob Landtagswahl oder Nationalratswahl. Politisches Kalkül, Geplänkel, Hin- und Hergeschiebe, es gibt verschiedene Gründe, um den Wahltermin kurz- oder langfristig bekannt zu geben, je nachdem, wie man gerade dasteht.

Aber: Kaum jemand behandelt dieses Thema mit einer Nonchalance wie Michael Häupl. Am 10.2.2015 fand die wöchentliche Bürgermeister-Pressekonferenz statt. Auf den Wahltermin angesprochen ließ Häupl Folgendes los: Der Wahltermin stehe bereits fest. Häupl: “Aber ich sage ihn noch nicht”.

Als Erklärung am Tag danach folgt (Der Standard, 11.2.2015):

“Es gibt so etwas wie Inszenierung in der Politik und ich schließe mich gelegentlich von diesem Unsinn nicht aus.”

Beide Aussagen lassen, in Kombination mit einigen Punkten, die ich weiter unten erwähne, darauf schließen, dass Häupl mittlerweile tatsächlich der Meinung ist, dass er Wien sei, dass Wien für ihn da sei, und nicht umgekehrt. Und das ist leider gefährlich.

Wiener Marketingausgaben

Seit längerer Zeit stehen die Ausgaben der Stadt Wien am Prüfstand. Die Schulden sind hoch, der Abbau der Schulden wird durch den Umstand, dass auch die Stadt Wien Kredite in Schweizer Franken laufen hat, nicht leichter.

Ein verhältnismäßig kleiner, aber rein wirkungstechnisch umso schmerzvollerer Tropfen auf den heißen Stein sind die Ausgaben der Stadt für Marketing und Inserate, die sich im Jahr 2014 auf über 40 Millionen Euro beliefen (laut KommAustria). Dabei handelt es sich um direkte Ausgaben im Sinne der 2012 in Kraft getreten Medientransparenzregelungen, wer Wien kennt, weiß, dass man diese Summe wahrscheinlich locker noch um ein Vielfaches höher ansetzen kann.

Die Bundesregierung versucht seit 2012, die entsprechenden Ausgaben zu senken, gibt weiterhin verdammt viel aus, aber zumindest ein bisschen etwas bewegt sich. Bundeskanzler Faymann bittet Häupl um eine Reduzierung der Ausgaben. Die Antwort?

“Er macht, was er will, wir machen, was wir wollen”, kommentierte Häupl das Ansinnen Faymanns am Dienstag im Gespräch mit der APA eher knapp. Wobei der Wiener Stadtchef hinzufügte, dass er in Sachen Inseratengestaltung auf die Ratschläge des Kanzlers prinzipiell vertraue: “Weil davon versteht er was.”

Auch das lässt leider nicht darauf schließen, dass Häupl weiß, wessen Geld er da eigentlich verwaltet und was seine Aufgabe ist. Oder es ist ihm schlicht egal.

Der Umgang mit dem Koalitionspartner

Die Grünen haben es (endlich) in die Regierung geschafft, nachdem sie sich lange Zeit größtenteils selbst im Weg herumgestanden sind, und das aus vielerlei Gründen auch heute noch tun.

Der Umgang, der seitens der SPÖ und wieder im Speziellen von Häupl gepflegt wurde, war in den letzten 5 Jahren, na, sagen wir suboptimal. Jedes haarige Projekt (man denke zum Beispiel an die Umgestaltung der Mariahilferstraße) wurde in der Öffentlichkeit dem “Junior Partner” überlassen, der sich in weiterer Folge regelmäßig aufreiben ließ, die SPÖ taktierte und hielt sich häufig zurück, erst beim Jubeln war man dann wieder im Boot.

Jetzt kann man sagen: Das ist Politik. Und hat damit natürlich Recht.

Das Wiener Wahlrecht

Was allerdings definitiv über den Rahmen von Politik hinausgeht, sind die Verhandlungen über die Änderung des Wiener Wahlrechts (von dem in der aktuellen Form die SPÖ am meisten profitiert). 5 Jahre lange wurde verhandelt, schließlich wurden die Verhandlungen abgebrochen.

Die SPÖ sagt, die Grünen hätten unprofessionell und vorschnell gehandelt.

Die Grünen sagen, die SPÖ hätte nicht auf die eigene Stellung verzichten können.

Und irgendwie hat man einen Verdacht, was wahrscheinlich eher stimmt. Die Grünen wollten im Anschluss ein Bündnis mit ÖVP und FPÖ schließen, um gemeinsam das Wahlrecht zu reformieren.

Und die SPÖ? Hat sich einen grünen Abgeordneten geschnappt. Senol Akkiliç wechselt zur SPÖ, wäre bei den Grünen wahrscheinlich bei der nächsten Wahl nicht mehr auf einem Listenplatz gewesen, auf dem er ein Mandat erhalten hätte.

Die SPÖ hat ihm genau das angeboten. Und plötzlich geht in Sachen Wahlrechtsreform nichts mehr, die SPÖ hat genug Mandate, um sich querzulegen. Supa.

Auch das kann man Politik nennen. Oder Bestechung bzw. Bestechlichkeit. Ein Vorwurf, mit dem sich Senol Akkiliç demnächst wahrscheinlich auseinandersetzen wird müssen, auch wenn natürlich nichts passieren wird.

Wiener SPÖ und die Demokratie

Diese Zitate und diese Vorgehensweise zeigt, wie tief gestört das Verhältnis der SPÖ und Michael Häupl zur Demokratie mittlerweile ist. Man hat sich über Jahrzehnte, denn Wien war natürlich immer eine rote Stadt, eine Verhaberung und einen Filz erarbeitet, aus dem heraus man womöglich tatsächlich nicht mehr hinaussieht, nicht mehr sieht, was man man macht, nicht mehr versteht, welche Verantwortungen man trägt, und wer eigentlich das Sagen und wer das Zuhören hat. In der Eigendefinition der Wiener SPÖ hat das Wahlvolk jedenfalls die Stimmen zu bringen, und dann bitte zu schweigen.

Wiener Wahlkampf 2015


Das ist nicht mein Mercedes, das ist Zufall.

Man kann sich jedenfalls schon jetzt auf einen gepfefferten Wahlkampf freuen. Die SPÖ legt schon mit dem Sujet “Der Schlüssel zu neuen Arbeitsplätzen: Wir bauen wieder Gemeindebauten!” vor und es ist eigentlich irre.

Wer hat denn die Regierung daran gehindert, Gemeindebauten zu bauen?

Und: War es nicht unter dem aktuellen Bundeskanzler, dass der Bau von Gemeindebauten eingestellt wurde? 2004 wurde der letzte diesbezügliche Bau seiner Nutzung übergeben, dafür wurden 2002 Gemeindeimmobilien an Private verkauft. Wieso?

Ein anderes Beispiel für die Unverschämtheit, mit der die Wiener SPÖ kommuniziert, ist die Kaiserwiese im Prater. Als solche war sie die letzten Monate eigentlich nicht erkennbar, wurde ständig für private Veranstaltungen vermietet, wenn sie dazwischen mal öffentlich zugänglich war, ähnelte sie einer Wiese in etwas so sehr wie Mordor einem Traumurlaubsziel. Seit einigen Tagen hängt jetzt am Zaun, der die Kaiserwiese umgibt, folgende Nachricht:


Genau so stellt man sich eine Wiese vor

Was soll das? Man hält die Leute offenbar wirklich für wirklich, wirklich, wirklich deppert.

Außerdem: Wieso verkommen Grünflächen immer häufiger zu Orten des kommerzialisierten Konsums? Vor allem Karlheinz Hora, Bezirksvorsteher von 1020 Wien, bringt es in dieser Disziplin zur Meisterschaft, nicht nur die Kaiserwiese, sondern wahrscheinlich auch große Teile des Donaukanals gehen auf seine Kappe in Sachen Privatisierung. Aber das tut sicher alles dem Bürger gut, und nicht ihm oder seinen Freunden…

Fazit

Die Wiener SPÖ unter Michael Häupl hat sich zu einem engstirnigen, machthungrigen, demokratiefeindlichen Monster entwickelt und droht, die ganze Stadt und ihre fantastischen Seiten zu verschlucken. Es bedarf dringend einer Kursänderung, denn Wien ist großartig, weil das Fundament der Stadt großartig ist. Die aktuelle SPÖ zeigt allerdings keinerlei Anzeichen dafür, dass sie versteht, dass sie durchs Festhalten an alter Glorie zerstört und nicht entwickelt. Rankings sind nicht alles und vor allem nichts für die Zukunft.

Essen und Kinder – Ernährung als Schuldrama

“Und, wie wars in der Schule?” – “Ja, eh.” – “Was gabs zum Mittagessen?” – “Weiß nicht.” – “Was hast denn gessen?” – “Würstel mit Reis und Ketchup.”

So spielt sich jeden Abend die Begrüßungsszene mit meiner Tochter ab, “Würstel mit Reis und Ketchup” kann man mit “Kartoffeln und Nudeln”, “Nockerl mit Reis”, “Nudeln mit Tomatensauce” und ähnlichen kulinarischen Highlights ersetzen. Oder mit den Klassikern Leberkäse mit Kartoffelpüree und Cremespinat, überbackenem Emmentaler mit Preiselbeersauce, mit Chicken Nuggets und mit sonstigem allerlei Überbackenem, also ums kurz zu machen, mit lauter gesunden Speisen.

Meine Tochter ist noch jung, sie hat von Ernährung noch recht wenig Ahnung, das Elternhaus bemüht sich, den kulinarischen Horizont so weit wie möglich zu malen, aber ich bin mir dessen bewusst, dass Kindern eine endend wollende Anzahl an Geschmäckern Spaß macht. Gut muss es ausschauen, nicht allzu abenteuerlich schmecken, idealerweise muss mans nicht schneiden, das sind recht normale Anforderungen.

Dass man diese Anforderungen erfüllen kann und gesunde Speisen auf den Tisch stellen kann, das muss ich niemandem, der Küchen von innen kennt, erzählen. Was gesunde Speisen ausmacht, das wissen schon nicht mehr ganz so viele Leute (weil es sie entweder nicht wirklich interessiert, oder es ihnen niemand erklärt), und zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel Kinder.

Kinder sind lernfähig. Man kann sie motivieren, etwas zu kosten, wenn man ihnen erklärt, wieso. Man kann ihnen viele Dinge vermitteln, wieso es wichtig ist, Salat zu essen, und vielleicht nicht so leiwand ist, ständig nur Schnitzel und Pommes Frites in sich hineinzustellen. Man kann erklären, was Vitamine sind, wofür der Mensch Kohlenhydrate braucht, aber natürlich nicht so, wie man es einem Erwachsenen, der mit diesen Begriffen vertraut ist, sondern eben kindgerecht. Man kann alles erklären, wenn man motiviert ist, und man kann alles schmackhaft machen, wenn man motiviert ist.

Ist man es nicht, essen Kinder Kartoffeln mit Reis. Weil es in der Schule ein Buffet gibt, zu Mittag, und den Kindern nicht gesagt wird, welche Speisen als Menü gedacht sind, und welche eher nicht. Weil es den Erwachsenen, die den Kindern das Essen verabreichen, egal ist, oder weil sie selbst nicht wissen, dass eine Ernährung, die auf in Fett ausgebackenen “Lebensmitteln” basiert, nicht dazu führt, dass man sich lange wohl fühlt im eigenen Körper.

Jetzt werden manche aufzeigen und “Aber das Geld!” sagen, und das stimmt zum Teil, weil unsere Lebensmittelindustrie in großem Stil darauf abzielt, möglichst billig Plastikspeisen herzustellen und hochqualitative Lebensmittel dadurch einen höheren Preis haben. Aber: Man kann auch mit wenig Geld vorzüglich und gesund kochen. Wenn man motiviert ist.


Der wahrscheinlich überdurchschnittlich gute Menüplan an der Schule meiner Tochter. Die markierten Menüpunkte sind das, was aus dem Angebot des Catering-Unternehmens ausgewählt wurde.

Es geht nämlich um Folgendes: Genauso, wie man Kindern Gemüse und Quinoa und Mangold und was auch immer schmackhaft machen kann, kann man ihnen anlernen, dass es ok ist, täglich Fleisch zu essen, täglich Frittiertes zu essen, täglich literweise Zuckerlwasser zu trinken, und das lernen sie verblüffend schnell.

Aber selbst wenn ihnen später im Leben erklärt wird, dass zu viele Kohlenhydrate nicht gesund sind, dass zu viel Fett nicht gesund ist, dass man Vitamine braucht, und Eiweiße, und die richtige Balance aus diesen Dingen, dass Kühe nicht vor Schreck umfallen und dann gegessen werden, und so weiter, und so fort, dann dringt das vielleicht hin zum Intellekt.

Aber Gewohnheiten, die man womöglich über Jahrzehnte antrainiert hat, sind verdammt schwierig wieder zu ändern. Deswegen leben wir mittlerweile in einer Gesellschaft, die täglich darum kämpft, sich bewusst zu ernähren, weil wir allesamt nicht mehr wissen, was das eigentlich bedeutet.

Man könnte jetzt natürlich auch sagen: Naja, selbst schuld, wenn man das eigene Kind in der Schule zu Mittag essen lässt. Das stimmt, allerdings tue ich das nicht aus Faulheit, sondern weil ich der Meinung bin, dass eine Gesamtschule für die Entwicklung meiner Kinder besser ist als das, was in Österreich bisher als “normale” Schule angeboten wird. Dass das in der Realität leider nicht stimmt, werde ich an anderer Stelle behandeln.

Was kann man machen? Nun, man könnte damit anfangen, den Kindern zu erklären, was im Essen drinnen ist, wieviel man wovon braucht, welche Dinge man kombinieren kann, und welche Kombinationen man eher nicht so oft essen sollte, auch wenn sie herrlich schmecken. Das wäre ein Anfang, in der Schule, zu Hause. Aber nicht nur erklären und lehren, sondern auch vorleben, das geht zu Hause, das geht in der Mittagspause in der Schule. Den Kindern zu sagen, dass Brokkoli ur leiwand ist, nur um ihnen Minuten später Chicken Wings zu servieren, ist bestenfalls zynisch.

Wir befinden uns bereits an einem Punkt, wo Essen, Ernährung und auch Bewegung, kurzum die Dinge, die uns dabei helfen, gesund zu leben, nicht mehr unbedingt als Allgemeinwissen betrachtet werden können. Das muss sich ändern, sehr, sehr, sehr, sehr schnell.

Mahlzeit.

Drei ausgewählte Absurditäten

Es ist ja bald wieder Fasching, deswegen versuche ich folgende subjektiv ausgewählte Meldungen im Licht des Schabernacks zu sehen, der Gesundheit wegen.

“Handel rüstet im Advent gegen Diebstahl auf”, so schreibts der Kurier am 3.11. Wer jetzt glaubt, dass der Handel damit das Angebot aufstockt, Personal einstellt, um das Einkaufserlebnis für die Kundinnen und Kunden zu verbessern, der irrt. Es geht nämlich um ein wortwörtliches Aufrüsten: Sicherheitsanlagen, Detektive, und: Bewaffnete, private Securities. Mahlzeit! 1 Drittel der Diebstahlsdelikte gehen angeblich aufs Personal zurück, statt sich zu fragen, wieso das so ist, kann man das Problem sicher gut mit Waffen lösen.

Als Belohnung für die erfolgreiche “Geschäftsführung” von Ditech darf Aleksandra Izdebska in Zukunft das Marketing von Novomatic verantworten. Das ist natürlich ein Zufall.

Und zu guter Letzt eine besonders schöne Geschichte: Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Reinhard Bösch findet nichts dabei, wenn die Burschenschaft Teutonia, der Bösch angehört, in einem Flugblatt über das eben in Wien enthüllte Deserteursdenkmal Sätze wie “Wer heute die alte Pflicht verrät … verrät auch morgen die neue!” oder “Denn nur wenn unser Volk wieder als gelebte Gemeinschaft auftritt, können wir uns gemeinsam wehren.” schreibt, er begrüßt es, “wenn sich junge Leute in Zeiten der Politikverdrossenheit damit befassen und vielleicht auch ihre eigene Sprache finden”. Dass man sich bitte wegen diesem Thema nicht so anscheissen soll, richtet er auch gleich im selben Atemzug aus: “Der Straftatbestand der Desertion ist in allen Staaten der Welt gegeben. Schauen Sie, was man in der US-Armee gemacht hat mit denen, die nicht in den Vietnamkrieg ziehen wollten”.

Lai, lai.

Essen und Nahrung und die Wichtigkeit

Essen ist Alltag. Das kann eine gute Sache sein, aber in unseren Breitengraden ist es das leider nicht, denn Essen ist etwas, das wir zwar täglich irgendwie erledigen, aber worüber sich die wenigsten mehr Gedanken machen als “Schmeckt, schmeckt nicht, ist billig, ist da”.

Aus einer schnell entstandenen Freundschaft heraus habe ich gemeinsam mit Christoph Ströck, der unter anderem für den Ströck Feierabend verantwortlich zeichnet, über Essen geredet. Und geredet. Und geredet.

Aus diesen Gesprächen ist jetzt mal dieser Text entstanden, ich empfehle, ihn zu lesen, weil ich doch stolz bin auf das, was er vermittelt.

Und: Das ist der Anfang von etwas, das wichtig ist. Details folgen bald!

Willhaben – Jäger und Gejagte

Wer sich und seine Waren auf den Marktplatz wirft, hat mit Gegenwind zu rechnen. Wer einen Hauch dieser Welt entdecken möchte und gleichzeitig eine Gedächtnisstütze braucht, wie Leute da draußen so ticken, kann ja mal auf willhaben.at Dinge kaufen oder noch besser: verkaufen. Hier eine kurze Sammlung an schönen Begebenheiten.

Artikel wird um 60 € angeboten, im März

Email: “Ich bin in Juni in Wien und nehms um 30, passt, ja?”

Artikel wird angeboten, auf dem Artikelbild befindet sich Staub

Anruf: “Gibts den Staub dazu, wenn man das Gerät nimmt, oder zahlt man Aufpreis?” – “Ich staube das Gerät ab, bevor ichs verkaufe.” – “Dann bitte abstauben, wiederhören.” Der Anrufer hat sich nicht mehr gemeldet.

Artikel wird nur zur Selbstabholung angeboten

Email: “Ich komme aus XX und komm nicht nach Wien. Versand kostet eh nur 10 €, kömma eine Ausnahme machen?” – “Wenn ich für jeden Fremden eine Ausnahme machen, dann muss ich nicht “Nur Selbstabholung” dazuschreiben, oder?” – “Na, fahrt ein Bekannter von dir nach XX.” – “Nächsten Freitag vielleicht in die Nähe.” – “Na, das ist ma z’weit.”

Artikel wird abgeholt

SMS: “Ich komme 15 Minuten zu spät, aber das ist hoffentlich kein Problem.”

Artikel wird zu einem hohen, aber nicht perversen Preis angeboten

Email: “Oida, du Hurnkind, kannst froh sein, wennst 100 (Anmerkung: Ein Drittel des Preises) kriegst, du Missgeburt.” Willhaben – Jäger und Gejagte weiterlesen

Vorschlag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit

Ich lebe sehr gerne in der Stadt, schätze die kurzen Wege, die ständige Verfügbarkeit von quasi eh allem und den ständigen Austausch mit Anderen, auf verschiedenen Ebenen. Was mir allerdings nicht so gut gefällt, ist die Verkehrssituation und konkret die Verkehrssicherheit, einerseits, weil ich ein wenig an meinem eigenen Leben hänge, andererseits, weil ich sehr am Leben meiner Nachkommenschaft hänge. Deswegen habe ich mir folgende Gedanken gemacht.

So gut wie jeder Neuwagen, der heute in Österreich verkauft wird, verfügt über ein GPS-basiertes Navigationssystem, die Smartphone-Dichte ist unglaublich hoch, die meisten dieser Geräte sind ebenfalls mit einem GPS-Modul ausgestattet. Basierend auf diesen zwei Begebenheiten habe ich nun folgenden Vorschlag, um die Sicherheitssituation und das subjektive Sicherheitsempfinden (das ist doch immer so wichtig) im Straßenverkehr zu verbessern.

Man markiert alle Bereiche, in denen Tempobeschränkungen gelten (30er, 50er, 70er, temporäre Beschränkungen auf Autobahnen, etc…) mittels GPS-Zonen. Man koppelt die GPS-Sensoren der Fahrzeuge bzw. der darin befindlichen Smartphones mit der Motorsteuerung der Fahrzeuge. Befindet man sich in einer 30er-Zone, kann man gar nicht schneller fahren als 30 km/h, selbiges gilt für alle anderen Tempobeschränkungen natürlich auch. Möchte man schneller fahren, wird mittels Elektronik eingegriffen und das Fahrzeug beschleunigt nicht. Dies passiert 100% anonym.

Optional (und freiwillig) könnte man sich an einem Bonus/Malus-System beteiligen, das die Fahrweise tracked und Punkte gutschreibt, wenn man mit leichtem Gas- und Bremsfuss unterwegs ist und entsprechend Malus-Punkte in Kauf nehmen muss, wenn man ständig wie ein Sautrottel beschleunigt, ruckartig bremst und generell auf andere Verkehrsteilnehmer scheisst.

Nicht nur Auto

Ah, und damit dieser Vorschlag nicht als Angriff auf das Menschenrecht Auto angesehen wird, könnte man das gleiche Prinzip (der Tempozonen) aufs Fahrrad auch anwenden, auch wenn die physikverbundenen Implikationen freilich komplett andere sind.