Wieso man die SPÖ in Wien zur Zeit nicht wählen sollte

Wien ist eine unglaublich lebenswerte Stadt. Sowohl für gutverdienende Manager und Managerinnen, als auch für Normalsterbliche. Verschiedene internationale Studien hieven Wien oft auf die oberste Stelle am Podest, und es stimmt: Wien ist eine verdammt lebenswerte Stadt. Aber sie ist es mittlerweile eher trotz der SPÖ, und nicht wegen. Wieso ich dieser Meinung bin, erkläre ich an einigen Beispielen.

Umgang mit dem Wahlvolk

Man tappt als Wahlberechtigter lange Zeit im Dunkeln, was den Wahltermin angeht, egal ob Landtagswahl oder Nationalratswahl. Politisches Kalkül, Geplänkel, Hin- und Hergeschiebe, es gibt verschiedene Gründe, um den Wahltermin kurz- oder langfristig bekannt zu geben, je nachdem, wie man gerade dasteht.

Aber: Kaum jemand behandelt dieses Thema mit einer Nonchalance wie Michael Häupl. Am 10.2.2015 fand die wöchentliche Bürgermeister-Pressekonferenz statt. Auf den Wahltermin angesprochen ließ Häupl Folgendes los: Der Wahltermin stehe bereits fest. Häupl: “Aber ich sage ihn noch nicht”.

Als Erklärung am Tag danach folgt (Der Standard, 11.2.2015):

“Es gibt so etwas wie Inszenierung in der Politik und ich schließe mich gelegentlich von diesem Unsinn nicht aus.”

Beide Aussagen lassen, in Kombination mit einigen Punkten, die ich weiter unten erwähne, darauf schließen, dass Häupl mittlerweile tatsächlich der Meinung ist, dass er Wien sei, dass Wien für ihn da sei, und nicht umgekehrt. Und das ist leider gefährlich.

Wiener Marketingausgaben

Seit längerer Zeit stehen die Ausgaben der Stadt Wien am Prüfstand. Die Schulden sind hoch, der Abbau der Schulden wird durch den Umstand, dass auch die Stadt Wien Kredite in Schweizer Franken laufen hat, nicht leichter.

Ein verhältnismäßig kleiner, aber rein wirkungstechnisch umso schmerzvollerer Tropfen auf den heißen Stein sind die Ausgaben der Stadt für Marketing und Inserate, die sich im Jahr 2014 auf über 40 Millionen Euro beliefen (laut KommAustria). Dabei handelt es sich um direkte Ausgaben im Sinne der 2012 in Kraft getreten Medientransparenzregelungen, wer Wien kennt, weiß, dass man diese Summe wahrscheinlich locker noch um ein Vielfaches höher ansetzen kann.

Die Bundesregierung versucht seit 2012, die entsprechenden Ausgaben zu senken, gibt weiterhin verdammt viel aus, aber zumindest ein bisschen etwas bewegt sich. Bundeskanzler Faymann bittet Häupl um eine Reduzierung der Ausgaben. Die Antwort?

“Er macht, was er will, wir machen, was wir wollen”, kommentierte Häupl das Ansinnen Faymanns am Dienstag im Gespräch mit der APA eher knapp. Wobei der Wiener Stadtchef hinzufügte, dass er in Sachen Inseratengestaltung auf die Ratschläge des Kanzlers prinzipiell vertraue: “Weil davon versteht er was.”

Auch das lässt leider nicht darauf schließen, dass Häupl weiß, wessen Geld er da eigentlich verwaltet und was seine Aufgabe ist. Oder es ist ihm schlicht egal.

Der Umgang mit dem Koalitionspartner

Die Grünen haben es (endlich) in die Regierung geschafft, nachdem sie sich lange Zeit größtenteils selbst im Weg herumgestanden sind, und das aus vielerlei Gründen auch heute noch tun.

Der Umgang, der seitens der SPÖ und wieder im Speziellen von Häupl gepflegt wurde, war in den letzten 5 Jahren, na, sagen wir suboptimal. Jedes haarige Projekt (man denke zum Beispiel an die Umgestaltung der Mariahilferstraße) wurde in der Öffentlichkeit dem “Junior Partner” überlassen, der sich in weiterer Folge regelmäßig aufreiben ließ, die SPÖ taktierte und hielt sich häufig zurück, erst beim Jubeln war man dann wieder im Boot.

Jetzt kann man sagen: Das ist Politik. Und hat damit natürlich Recht.

Das Wiener Wahlrecht

Was allerdings definitiv über den Rahmen von Politik hinausgeht, sind die Verhandlungen über die Änderung des Wiener Wahlrechts (von dem in der aktuellen Form die SPÖ am meisten profitiert). 5 Jahre lange wurde verhandelt, schließlich wurden die Verhandlungen abgebrochen.

Die SPÖ sagt, die Grünen hätten unprofessionell und vorschnell gehandelt.

Die Grünen sagen, die SPÖ hätte nicht auf die eigene Stellung verzichten können.

Und irgendwie hat man einen Verdacht, was wahrscheinlich eher stimmt. Die Grünen wollten im Anschluss ein Bündnis mit ÖVP und FPÖ schließen, um gemeinsam das Wahlrecht zu reformieren.

Und die SPÖ? Hat sich einen grünen Abgeordneten geschnappt. Senol Akkiliç wechselt zur SPÖ, wäre bei den Grünen wahrscheinlich bei der nächsten Wahl nicht mehr auf einem Listenplatz gewesen, auf dem er ein Mandat erhalten hätte.

Die SPÖ hat ihm genau das angeboten. Und plötzlich geht in Sachen Wahlrechtsreform nichts mehr, die SPÖ hat genug Mandate, um sich querzulegen. Supa.

Auch das kann man Politik nennen. Oder Bestechung bzw. Bestechlichkeit. Ein Vorwurf, mit dem sich Senol Akkiliç demnächst wahrscheinlich auseinandersetzen wird müssen, auch wenn natürlich nichts passieren wird.

Wiener SPÖ und die Demokratie

Diese Zitate und diese Vorgehensweise zeigt, wie tief gestört das Verhältnis der SPÖ und Michael Häupl zur Demokratie mittlerweile ist. Man hat sich über Jahrzehnte, denn Wien war natürlich immer eine rote Stadt, eine Verhaberung und einen Filz erarbeitet, aus dem heraus man womöglich tatsächlich nicht mehr hinaussieht, nicht mehr sieht, was man man macht, nicht mehr versteht, welche Verantwortungen man trägt, und wer eigentlich das Sagen und wer das Zuhören hat. In der Eigendefinition der Wiener SPÖ hat das Wahlvolk jedenfalls die Stimmen zu bringen, und dann bitte zu schweigen.

Wiener Wahlkampf 2015


Das ist nicht mein Mercedes, das ist Zufall.

Man kann sich jedenfalls schon jetzt auf einen gepfefferten Wahlkampf freuen. Die SPÖ legt schon mit dem Sujet “Der Schlüssel zu neuen Arbeitsplätzen: Wir bauen wieder Gemeindebauten!” vor und es ist eigentlich irre.

Wer hat denn die Regierung daran gehindert, Gemeindebauten zu bauen?

Und: War es nicht unter dem aktuellen Bundeskanzler, dass der Bau von Gemeindebauten eingestellt wurde? 2004 wurde der letzte diesbezügliche Bau seiner Nutzung übergeben, dafür wurden 2002 Gemeindeimmobilien an Private verkauft. Wieso?

Ein anderes Beispiel für die Unverschämtheit, mit der die Wiener SPÖ kommuniziert, ist die Kaiserwiese im Prater. Als solche war sie die letzten Monate eigentlich nicht erkennbar, wurde ständig für private Veranstaltungen vermietet, wenn sie dazwischen mal öffentlich zugänglich war, ähnelte sie einer Wiese in etwas so sehr wie Mordor einem Traumurlaubsziel. Seit einigen Tagen hängt jetzt am Zaun, der die Kaiserwiese umgibt, folgende Nachricht:


Genau so stellt man sich eine Wiese vor

Was soll das? Man hält die Leute offenbar wirklich für wirklich, wirklich, wirklich deppert.

Außerdem: Wieso verkommen Grünflächen immer häufiger zu Orten des kommerzialisierten Konsums? Vor allem Karlheinz Hora, Bezirksvorsteher von 1020 Wien, bringt es in dieser Disziplin zur Meisterschaft, nicht nur die Kaiserwiese, sondern wahrscheinlich auch große Teile des Donaukanals gehen auf seine Kappe in Sachen Privatisierung. Aber das tut sicher alles dem Bürger gut, und nicht ihm oder seinen Freunden…

Fazit

Die Wiener SPÖ unter Michael Häupl hat sich zu einem engstirnigen, machthungrigen, demokratiefeindlichen Monster entwickelt und droht, die ganze Stadt und ihre fantastischen Seiten zu verschlucken. Es bedarf dringend einer Kursänderung, denn Wien ist großartig, weil das Fundament der Stadt großartig ist. Die aktuelle SPÖ zeigt allerdings keinerlei Anzeichen dafür, dass sie versteht, dass sie durchs Festhalten an alter Glorie zerstört und nicht entwickelt. Rankings sind nicht alles und vor allem nichts für die Zukunft.

Essen und Kinder – Ernährung als Schuldrama

“Und, wie wars in der Schule?” – “Ja, eh.” – “Was gabs zum Mittagessen?” – “Weiß nicht.” – “Was hast denn gessen?” – “Würstel mit Reis und Ketchup.”

So spielt sich jeden Abend die Begrüßungsszene mit meiner Tochter ab, “Würstel mit Reis und Ketchup” kann man mit “Kartoffeln und Nudeln”, “Nockerl mit Reis”, “Nudeln mit Tomatensauce” und ähnlichen kulinarischen Highlights ersetzen. Oder mit den Klassikern Leberkäse mit Kartoffelpüree und Cremespinat, überbackenem Emmentaler mit Preiselbeersauce, mit Chicken Nuggets und mit sonstigem allerlei Überbackenem, also ums kurz zu machen, mit lauter gesunden Speisen.

Meine Tochter ist noch jung, sie hat von Ernährung noch recht wenig Ahnung, das Elternhaus bemüht sich, den kulinarischen Horizont so weit wie möglich zu malen, aber ich bin mir dessen bewusst, dass Kindern eine endend wollende Anzahl an Geschmäckern Spaß macht. Gut muss es ausschauen, nicht allzu abenteuerlich schmecken, idealerweise muss mans nicht schneiden, das sind recht normale Anforderungen.

Dass man diese Anforderungen erfüllen kann und gesunde Speisen auf den Tisch stellen kann, das muss ich niemandem, der Küchen von innen kennt, erzählen. Was gesunde Speisen ausmacht, das wissen schon nicht mehr ganz so viele Leute (weil es sie entweder nicht wirklich interessiert, oder es ihnen niemand erklärt), und zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel Kinder.

Kinder sind lernfähig. Man kann sie motivieren, etwas zu kosten, wenn man ihnen erklärt, wieso. Man kann ihnen viele Dinge vermitteln, wieso es wichtig ist, Salat zu essen, und vielleicht nicht so leiwand ist, ständig nur Schnitzel und Pommes Frites in sich hineinzustellen. Man kann erklären, was Vitamine sind, wofür der Mensch Kohlenhydrate braucht, aber natürlich nicht so, wie man es einem Erwachsenen, der mit diesen Begriffen vertraut ist, sondern eben kindgerecht. Man kann alles erklären, wenn man motiviert ist, und man kann alles schmackhaft machen, wenn man motiviert ist.

Ist man es nicht, essen Kinder Kartoffeln mit Reis. Weil es in der Schule ein Buffet gibt, zu Mittag, und den Kindern nicht gesagt wird, welche Speisen als Menü gedacht sind, und welche eher nicht. Weil es den Erwachsenen, die den Kindern das Essen verabreichen, egal ist, oder weil sie selbst nicht wissen, dass eine Ernährung, die auf in Fett ausgebackenen “Lebensmitteln” basiert, nicht dazu führt, dass man sich lange wohl fühlt im eigenen Körper.

Jetzt werden manche aufzeigen und “Aber das Geld!” sagen, und das stimmt zum Teil, weil unsere Lebensmittelindustrie in großem Stil darauf abzielt, möglichst billig Plastikspeisen herzustellen und hochqualitative Lebensmittel dadurch einen höheren Preis haben. Aber: Man kann auch mit wenig Geld vorzüglich und gesund kochen. Wenn man motiviert ist.


Der wahrscheinlich überdurchschnittlich gute Menüplan an der Schule meiner Tochter. Die markierten Menüpunkte sind das, was aus dem Angebot des Catering-Unternehmens ausgewählt wurde.

Es geht nämlich um Folgendes: Genauso, wie man Kindern Gemüse und Quinoa und Mangold und was auch immer schmackhaft machen kann, kann man ihnen anlernen, dass es ok ist, täglich Fleisch zu essen, täglich Frittiertes zu essen, täglich literweise Zuckerlwasser zu trinken, und das lernen sie verblüffend schnell.

Aber selbst wenn ihnen später im Leben erklärt wird, dass zu viele Kohlenhydrate nicht gesund sind, dass zu viel Fett nicht gesund ist, dass man Vitamine braucht, und Eiweiße, und die richtige Balance aus diesen Dingen, dass Kühe nicht vor Schreck umfallen und dann gegessen werden, und so weiter, und so fort, dann dringt das vielleicht hin zum Intellekt.

Aber Gewohnheiten, die man womöglich über Jahrzehnte antrainiert hat, sind verdammt schwierig wieder zu ändern. Deswegen leben wir mittlerweile in einer Gesellschaft, die täglich darum kämpft, sich bewusst zu ernähren, weil wir allesamt nicht mehr wissen, was das eigentlich bedeutet.

Man könnte jetzt natürlich auch sagen: Naja, selbst schuld, wenn man das eigene Kind in der Schule zu Mittag essen lässt. Das stimmt, allerdings tue ich das nicht aus Faulheit, sondern weil ich der Meinung bin, dass eine Gesamtschule für die Entwicklung meiner Kinder besser ist als das, was in Österreich bisher als “normale” Schule angeboten wird. Dass das in der Realität leider nicht stimmt, werde ich an anderer Stelle behandeln.

Was kann man machen? Nun, man könnte damit anfangen, den Kindern zu erklären, was im Essen drinnen ist, wieviel man wovon braucht, welche Dinge man kombinieren kann, und welche Kombinationen man eher nicht so oft essen sollte, auch wenn sie herrlich schmecken. Das wäre ein Anfang, in der Schule, zu Hause. Aber nicht nur erklären und lehren, sondern auch vorleben, das geht zu Hause, das geht in der Mittagspause in der Schule. Den Kindern zu sagen, dass Brokkoli ur leiwand ist, nur um ihnen Minuten später Chicken Wings zu servieren, ist bestenfalls zynisch.

Wir befinden uns bereits an einem Punkt, wo Essen, Ernährung und auch Bewegung, kurzum die Dinge, die uns dabei helfen, gesund zu leben, nicht mehr unbedingt als Allgemeinwissen betrachtet werden können. Das muss sich ändern, sehr, sehr, sehr, sehr schnell.

Mahlzeit.

Drei ausgewählte Absurditäten

Es ist ja bald wieder Fasching, deswegen versuche ich folgende subjektiv ausgewählte Meldungen im Licht des Schabernacks zu sehen, der Gesundheit wegen.

“Handel rüstet im Advent gegen Diebstahl auf”, so schreibts der Kurier am 3.11. Wer jetzt glaubt, dass der Handel damit das Angebot aufstockt, Personal einstellt, um das Einkaufserlebnis für die Kundinnen und Kunden zu verbessern, der irrt. Es geht nämlich um ein wortwörtliches Aufrüsten: Sicherheitsanlagen, Detektive, und: Bewaffnete, private Securities. Mahlzeit! 1 Drittel der Diebstahlsdelikte gehen angeblich aufs Personal zurück, statt sich zu fragen, wieso das so ist, kann man das Problem sicher gut mit Waffen lösen.

Als Belohnung für die erfolgreiche “Geschäftsführung” von Ditech darf Aleksandra Izdebska in Zukunft das Marketing von Novomatic verantworten. Das ist natürlich ein Zufall.

Und zu guter Letzt eine besonders schöne Geschichte: Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Reinhard Bösch findet nichts dabei, wenn die Burschenschaft Teutonia, der Bösch angehört, in einem Flugblatt über das eben in Wien enthüllte Deserteursdenkmal Sätze wie “Wer heute die alte Pflicht verrät … verrät auch morgen die neue!” oder “Denn nur wenn unser Volk wieder als gelebte Gemeinschaft auftritt, können wir uns gemeinsam wehren.” schreibt, er begrüßt es, “wenn sich junge Leute in Zeiten der Politikverdrossenheit damit befassen und vielleicht auch ihre eigene Sprache finden”. Dass man sich bitte wegen diesem Thema nicht so anscheissen soll, richtet er auch gleich im selben Atemzug aus: “Der Straftatbestand der Desertion ist in allen Staaten der Welt gegeben. Schauen Sie, was man in der US-Armee gemacht hat mit denen, die nicht in den Vietnamkrieg ziehen wollten”.

Lai, lai.

Essen und Nahrung und die Wichtigkeit

Essen ist Alltag. Das kann eine gute Sache sein, aber in unseren Breitengraden ist es das leider nicht, denn Essen ist etwas, das wir zwar täglich irgendwie erledigen, aber worüber sich die wenigsten mehr Gedanken machen als “Schmeckt, schmeckt nicht, ist billig, ist da”.

Aus einer schnell entstandenen Freundschaft heraus habe ich gemeinsam mit Christoph Ströck, der unter anderem für den Ströck Feierabend verantwortlich zeichnet, über Essen geredet. Und geredet. Und geredet.

Aus diesen Gesprächen ist jetzt mal dieser Text entstanden, ich empfehle, ihn zu lesen, weil ich doch stolz bin auf das, was er vermittelt.

Und: Das ist der Anfang von etwas, das wichtig ist. Details folgen bald!

Willhaben – Jäger und Gejagte

Wer sich und seine Waren auf den Marktplatz wirft, hat mit Gegenwind zu rechnen. Wer einen Hauch dieser Welt entdecken möchte und gleichzeitig eine Gedächtnisstütze braucht, wie Leute da draußen so ticken, kann ja mal auf willhaben.at Dinge kaufen oder noch besser: verkaufen. Hier eine kurze Sammlung an schönen Begebenheiten.

Artikel wird um 60 € angeboten, im März

Email: “Ich bin in Juni in Wien und nehms um 30, passt, ja?”

Artikel wird angeboten, auf dem Artikelbild befindet sich Staub

Anruf: “Gibts den Staub dazu, wenn man das Gerät nimmt, oder zahlt man Aufpreis?” – “Ich staube das Gerät ab, bevor ichs verkaufe.” – “Dann bitte abstauben, wiederhören.” Der Anrufer hat sich nicht mehr gemeldet.

Artikel wird nur zur Selbstabholung angeboten

Email: “Ich komme aus XX und komm nicht nach Wien. Versand kostet eh nur 10 €, kömma eine Ausnahme machen?” – “Wenn ich für jeden Fremden eine Ausnahme machen, dann muss ich nicht “Nur Selbstabholung” dazuschreiben, oder?” – “Na, fahrt ein Bekannter von dir nach XX.” – “Nächsten Freitag vielleicht in die Nähe.” – “Na, das ist ma z’weit.”

Artikel wird abgeholt

SMS: “Ich komme 15 Minuten zu spät, aber das ist hoffentlich kein Problem.”

Artikel wird zu einem hohen, aber nicht perversen Preis angeboten

Email: “Oida, du Hurnkind, kannst froh sein, wennst 100 (Anmerkung: Ein Drittel des Preises) kriegst, du Missgeburt.” Willhaben – Jäger und Gejagte weiterlesen

Vorschlag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit

Ich lebe sehr gerne in der Stadt, schätze die kurzen Wege, die ständige Verfügbarkeit von quasi eh allem und den ständigen Austausch mit Anderen, auf verschiedenen Ebenen. Was mir allerdings nicht so gut gefällt, ist die Verkehrssituation und konkret die Verkehrssicherheit, einerseits, weil ich ein wenig an meinem eigenen Leben hänge, andererseits, weil ich sehr am Leben meiner Nachkommenschaft hänge. Deswegen habe ich mir folgende Gedanken gemacht.

So gut wie jeder Neuwagen, der heute in Österreich verkauft wird, verfügt über ein GPS-basiertes Navigationssystem, die Smartphone-Dichte ist unglaublich hoch, die meisten dieser Geräte sind ebenfalls mit einem GPS-Modul ausgestattet. Basierend auf diesen zwei Begebenheiten habe ich nun folgenden Vorschlag, um die Sicherheitssituation und das subjektive Sicherheitsempfinden (das ist doch immer so wichtig) im Straßenverkehr zu verbessern.

Man markiert alle Bereiche, in denen Tempobeschränkungen gelten (30er, 50er, 70er, temporäre Beschränkungen auf Autobahnen, etc…) mittels GPS-Zonen. Man koppelt die GPS-Sensoren der Fahrzeuge bzw. der darin befindlichen Smartphones mit der Motorsteuerung der Fahrzeuge. Befindet man sich in einer 30er-Zone, kann man gar nicht schneller fahren als 30 km/h, selbiges gilt für alle anderen Tempobeschränkungen natürlich auch. Möchte man schneller fahren, wird mittels Elektronik eingegriffen und das Fahrzeug beschleunigt nicht. Dies passiert 100% anonym.

Optional (und freiwillig) könnte man sich an einem Bonus/Malus-System beteiligen, das die Fahrweise tracked und Punkte gutschreibt, wenn man mit leichtem Gas- und Bremsfuss unterwegs ist und entsprechend Malus-Punkte in Kauf nehmen muss, wenn man ständig wie ein Sautrottel beschleunigt, ruckartig bremst und generell auf andere Verkehrsteilnehmer scheisst.

Nicht nur Auto

Ah, und damit dieser Vorschlag nicht als Angriff auf das Menschenrecht Auto angesehen wird, könnte man das gleiche Prinzip (der Tempozonen) aufs Fahrrad auch anwenden, auch wenn die physikverbundenen Implikationen freilich komplett andere sind.

Mein Besuch der Ars Electronica

Ars Electronica also. Als Besucher, auf der anderen Seite des Zauns, quasi. Auch wenn der Zaun sehr niedrig ist.

Die letzten Jahre habe ich an der Ars Electronica mitgewirkt, am Festival, am Center, am Prix und so weiter. Dabei habe ich wahnsinnig viel gesehen, wahnsinnig viel gelernt. Das Festival kam wie ein Orkan und verging wie im Rausch, eine anstrengende, aber auch sehr inspirierende Zeit.

Was mir leider kaum gelungen ist, war die Reflektion. Die aufgesaugten Ideen, Konzepte, Entwürfe wollten verarbeitet werden, aber es waren unglaublich viele Eindrücke, die da sortiert werden mussten, und es blieb im Alltag nach dem Festival nie die Zeit, um sich Zeit für dieses Sortieren zu nehmen. Denn das nächste Projekt gestaltet sich nicht von allein.
Jetzt sitze ich wieder in dem Zug, der mich von Wien nach Linz bringt, so wie ich schon so oft gesessen bin. Ich habe nie in Linz gelebt, war ein Pendelnder, und im Rückspiegel betrachtet vielleicht ein wenig ein Wahnsinniger.

Ich habe mich in den letzten Tagen und Wochen bemüht, das Festivalthema zu begreifen, das Festivalprogramm zu überblicken, einen Plan zu erstellen für die 2 Tage, die ich das Festival besuchen werde. Daran bin ich teilweise gescheitert, es ist sehr viel, was da auf mich zukommt, es sind sehr viele Programmpunkte, die erlebt werden wollen, und ich tue mir im Vorfeld sehr schwer mit der Gewichtung. Die Fülle des Programms kenne ich aus den letzten 3 Jahren, ich kenne die Herausforderung, einen Überblick verschaffen zu wollen, Menschen an der Hand nehmen zu wollen und zu sagen: “Hey, das ist wirklich, wirklich sehenswert, wenn du nur XXX Sachen anschauen kannst, dann muss das dabei sein.” Denn es ist natürlich nicht alles wahnsinnig gut, oder wahnsinnig sehenswert, eine Gewichtung ist von Nöten, denn das ganze Festival zu erleben, in all seinen Einzelheiten, das ist wohl unmöglich, das schafft man auch nicht, wenn man die volle Festivaldauer in Linz bleibt. Aber es sei festgehalten, dass es die Programmpunkte gibt, die sich wirklich, wirklich auszahlen. Bei denen man viel mitnehmen kann, zum verdauen. Und das kann nicht jedes Festival von sich behaupten.

Samstag, 13:00 Uhr, Lip Dub. Das ist meine erste Anlaufstelle, weil ich im Ars Electronica Blog gelesen habe, dass es sich dabei um das emotionale Highlight des Festivals handelt. Die Linzer Innenstadt wird in Beschlag genommen, von Menschen, die zu Abbas “Take a chance” die Lippen bewegen und sich dabei filmen, einen Change (Chance) besingen, der ja Festivalthema ist. Aus dem Videomaterial soll dann ein gemeinsamer Film werden, das Projekt möchte Leute dazu anregen, ein wenig nachzudenken, übliche Parameter des täglichen Lebens zu hinterfragen, schließlich sieht man “nichtsingende” Menschen in der Stadt sonst eher selten. Die Idee klingt für mich im Vorfeld ein wenig kindisch und auch ein wenig retro, schlecht ist an sich beides nicht, ich lasse mich überraschen.

Am Nachmittag möchte ich dann Ausstellungen besuchen, so viele, wie geht. Der große Vorteil in diesem Jahr ist es, dass das Festival zwar auf viele Locations verteilt ist, aber diese relativ nah beieinander sind. Das war in den Vorjahren anders und machte das Wechseln von Location zu Location mitunter zu einem sportlichen Unterfangen.

Am Abend steht natürlich die Klangwolke an. Die Klangwolke. Ganz Linz (ja, wirklich, ich wollte es am Anfang auch nicht glauben) starrt auf die Donaulände, wo sich ein Produzent oder eine Produzentin darum bemühen, mehr als nur Effekt zu liefern. Aber der Raum ist riesig, die Aufmerksamkeitsspanne kurz, die Herausforderung enorm. Mal schauen, wie man es dieses Jahr anlegt.

Hetzen werde ich mich nicht. Und ich werde Freunde und Bekannte wiedertreffen, hoffentlich, Leute, die mir fehlen. Und wenn man ins Plaudern kommt, dann wird wohl ein Kunstwerk, eine Installation, womöglich eine ganze Ausstellung ausfallen müssen, dann ist sichs halt nicht ausgegangen. Ich werde berichten.


The Collider. Eher was für Mutige.

Die Rückfahrt, das Festival im Rückspiegel

Jetzt sitze ich wieder im Zug nach Wien, zurück nach Hause. Der Körper und der Kopf sehnt sich nach einem Bett, die zwei Tage bei der Ars Electronica waren intensiv, die Nacht dazwischen kurz. Zeit, die Eindrücke zu sammeln und niederzuschreiben.

Ich bin, das dürfte bisher durchgeklungen sein, mit einem sehr positiven Gefühl nach Linz gefahren, habe mich darauf gefreut, das Festival zu erleben, zu genießen. Ich habe im Vorfeld versucht, mich über das Programm schlau zu machen, aber war mit der Üppigkeit überfordert, ich dachte mir, ich werde mich durchfragen, nach persönlichen Highlights der Freunde und Bekannten fragen, dadurch wird sich ein Plan schon ganz allein ergeben.

Und ich erlebte meine erste Überraschung, denn kaum jemand konnte mir sagen, was denn nun ein Highlight sei, was ich mir unbedingt anschauen musste. Es gab teilweise Werbung für die eigenen Projekte (eh klar), es gab aber kaum klare Ansagen, was ich denn auf keinen Fall verpassen dürfte. Das war ein kleiner Dämpfer.


Eine echte analoge Drummachine

Es ging ins Festivalzentrum, in die Arkade, einem Einkaufszentrum mitten in Linz, und im ersten Moment konnte ich nicht sehen, wo denn jetzt das Festival stattfindet, dabei war die Arkade eigentlich das Zentrum von “Change”. Hm. Dann entdecke ich eine übergroße Roland – Drummachine, mit echten Instrumenten, die per Tablet angesteuert werden können, wie bei einer Drummachine, nur in echt. Und das Ding ist wirklich, wirklich lässig.


Der Startschuss für den Lipdub erfolgt durch die Bergrettung. Hm.


Und schon gehts los.

Der Lipdub stand an, und meine Befürchtung sollte sich bewahrheiten, was da passierte, war eine verhältnismäßig banale Veranstaltung, die den Leuten zwar Freude zu bereiten schien, aber erklärt haben dürfte niemand, was bei dem Lipdub eigentlich passieren sollte. Ein Video ist trotzdem zu Stande gekommen, aber so richtig, richtig bewegend war das eigentlich nicht. Im Vorfeld war hier vom “emotionalen Highlight des Festivals” die Rede, innerlich begann ich zu hoffen, dass das hoffentlich nicht stimmt.


Auf der Suche nach Eurydice.

In der Tiefgarage gab es eine Neuauflage von Searching Eurydice – A Passage into the Underground, das hatte ich schon in der Tabakfabrik gesehen, in der dunklen Garage wirkte es sehr gut. Die positive Stimmung kam wieder.

Die nächste Station war das akademische Gymnasium, Heimat von “Buddha on the Beach” und anderen Installationen, und das war leider alles sehr sperrig. Auch die Beschreibungstexte halfen mir nicht weiter, vielleicht war ich auch nicht in der richtigen Stimmung, um mich auf die Kunstwerke einzulassen, aber irgendwie wollte der Funke nicht überspringen.


Create Your World. Sehr, sehr spannend!

Im Gymnasium war auch Create Your World zu Hause, das Jugendfestival für unter 19-Jährige (Ältere dürfen natürlich trotzdem auch rein), und das war sehr spannend, es drehte sich alles um die Entwicklung eines Films, um Kostüme, um Requisiten, um Kulissen, um die vielen Arbeitsschritte, die nötig sind, um einen Film entstehen zu lassen, und es konnte überall Hand angelegt werden. Es wuselte, Klein und Groß waren an den einzelnen Stationen fleißig, man merkte allen Anwesenden an, dass ihnen das Werken Spaß machte. Dass ich gerade hier mein persönliches Festivalhighlight finden sollte, das war für mich überraschend. Aber soll so sein, die Richtung, in die Create Your World geht, ist eine sehr vielversprechende.


Para-Sonic 3.0. Eher kryptisch.

Lange habe ich überlegt, ob ich die CyberArts anschaue, an sich ein Pflichtbesuch. Doch letztes Jahr war ich schon relativ stark enttäuscht, weil die meisten Werke leider nicht in natura zu sehen waren, sondern lediglich als Videos bzw. als Dokumentationen. Das liegt natürlich am Budget, viele Installationen sind sehr aufwändig, und die Butter auf dem Brot ist schon reichlich dünn verteilt. Als mir dann berichtet wurde, dass es in diesem Jahr ebenso bzw. sogar nicht schlimmer ist, habe ich für mich auf den Besuch im OK verzichtet. Videos schauen kann ich gemütlich am Laptop zu Hause.

Den Future Innovators Summit, dem inhaltlichen Schwergewicht des heurigen Festivals, habe ich via Livestream verfolgt, an mehreren Tagen, vor Ort war ich nicht, und auch die Präsentationen der einzelnen Workshop-Gruppen hatte ich nicht gesehen, überhaupt muss ich festhalten, dass ich an den Symposien und Konferenzen des Festivals immer ein relativ mildes Interesse habe, das war auch dieses Jahr so, wobei ich es auch nicht geschafft habe, in Erfahrung zu bringen, welche Themen konkret bearbeitet werden. Zu viel, zu umfangreich.

Die Ausstellung im Dom ist allein auf Grund der Atmosphäre des Raumes sehenswert, aber auch hier sieht man nichts, was wirklich anschiebt, es scheint auch die Zusammenstellung der Kunstwerke recht beliebig zu sein. Aber ich gebe zu, dass hier mein persönlicher Akku schon verhältnismäßig leer war.

Ich könnte jetzt noch von einigen weiteren Projekten berichten, aber da ich nur einen relativ kleinen Teil des Festivals besucht habe, wäre so eine Aufzählung sowieso nicht vollständig, daher gehts jetzt gleich ins Resümee.

Zusammenfassendes; TL;DR

Insgesamt hinterlässt C – What it takes to change einen bitteren Geschmack. Mehr noch in den Jahren zuvor wird man von der Fülle des Programms erschlagen, weder der Schedule, noch die Website helfen weiter, um sich zurechtzufinden. Man stolpert in verschiedene Projekte, die auch auf den zweiten Blick nicht unbedingt viel miteinander zu tun haben, fast wirkt es wie ein Jahrmarkt, zu dem verschiedene Aussteller eingeladen werden, um ihre Ideen zu präsentieren.

Daran ist an sich nichts auszusetzen, und es wurde im Vorfeld des Festivals kommuniziert, dass vor allem jene Projekte Einzug ins Festivalprogramm finden, die sich selbst finanzieren (können), dass man nicht mehr die finanzielle Potenz hat, um groß auf den Putz zu hauen. Aber dann sollte man vielleicht nicht auf einem Festivalthema bestehen, das letztlich so unscharf formuliert ist, dass eigentlich eh alles irgendwie hineinpasst.

Das ist ein Versagen der kulturpolitisch Verantwortlichen, das ist ein Versagen, dass man der Ars Electronica nur sehr bedingt anhängen kann. Aber vielleicht wäre es an der Zeit, sich grundlegende Gedanken darüber zu machen, wie ein Festival in Zukunft aussehen kann, denn die Rahmenbedingungen werden sich in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht zum Besseren verändern. Change ist wohl beim Festival notwendig, womöglich muss die finanziell dünne Suppe gscheit eingekocht werden, damit sie nach der Reduktion wieder gscheit schmeckt und wirklich wieder die Ansprüche erfüllt, die viele Leute an die Ars Electronica haben, weil sie Gutes gewohnt sind.

Es ist schön, wegen den Leuten zum Festival zu kommen, sich mit einem sehr interessanten Menschenschlag auseinanderzusetzen, Ideen zu spinnen, zu diskutieren, sich geistig auszutoben. Aber es wäre noch schöner, wenn auch das Festival an sich wieder seinen Beitrag dazu leistet und die Diskussionen mit Visionärem befruchtet.

Sind Sie Millionär?

Hans Jörg Schelling ist neuer Finanzminister. Wenn man sich seine Vita durchließt, wird scheinbar alles, was er anfasst, zu Gold, ich wünsche ihm von ganzen Herzen, dass dies in seiner Funktion als Finanzminister so weiter geht, Österreich hätte eine Steuer- und Finanzreform dringend nötig, und vielleicht schafft er, was seine Vorgänger aus verschiedenen Gründen nicht geschafft haben.

Am 2.9. wurde Schelling zum Interview in die ZiB2 gebeten, das Gespräch führte Armin Wolf. Im Verlauf des Interviews gab es folgenden Dialog, im Anschluss an eine kurze Diskussion zum Thema Millionärssteuer:

Armin Wolf: Ich frage Sie mal etwas, was einer Ihrer bekannten Vorgänger, Hannes Androsch, gefragt wurde: Sind Sie Millionär?

Hans Jörg Schelling: Ich bin wohlhabend, ich habe Anteile von den Firmen verkauft und ich glaube, dass ich gut auskommen kann damit, und ich sehe auch Vorteile darin, dass ich damit unabhängig werde und manche Dinge etwas entspannter angehen kann, wie jemand, der ausschließlich von diesem abhängig ist.

Armin Wolf: Gut, meine Frage hätte man ganz einfach mit ja oder nein beantworten können.

Hans Jörg Schelling: Wenn Sie so wollen, stimmt das nicht, was in den Medien kolpotiert wird, aber wenn man sagen würde, es gab einmal einen Brief an die Millionäre, ich habe keinen bekommen, aber ich hätte einen kriegen können. *lacht*

Vielleicht liegt es auch an solchen Antworten, die man immer und immer wieder zu hören bekommt, dass man der Politik auf höchster Ebene weder vertraut, noch zuhört. Das Herumgedruckse, das Ausweichen, das “strategische Beantworten”, das geht vielen Leuten, die an sich politikinteressiert sind, vielleicht wirklich schon ein wenig zu stark an die Milz. Ich wäre einer davon.

Es ist kein Problem, Millionär oder Milliardär zu sein, es ist auch kein Problem, das als Politiker zu sein, und wie Schelling eigentlich richtig ist, ist ein (auf legalen Wegen) gut gefülltes Konto sicher keine schlechte Sache, weil man dann nicht bei jedem verlockenden Angebot alles vergisst, was man selbst gut findet.

Aber die Art und Weise, wie sich Schelling um eine Antwort windet, und in diesem Winden auch noch Berufskolleginnen und Kollegen anpatzt (schauts, die sind so arm, die müssen von dem leben, ha, ha), das ist eigentlich zum Kotzen. Und drückt meiner Meinung nach sehr gut aus, wie weit die politische Spitze des Landes vom Volk entfernt ist.

Neue Wörter braucht das Land: Flong

Flong, der

Der Flong stellt sich ein, wenn eine hübsche, geradezu anmutig wirkende Person zu sprechen beginnt und die Stimme, Sprache und auch der Inhalt diametral zum äußeren Erscheinungsbild steht und einem ein kalter Schauer den Rücken herunterläuft.

Vorschläge fürs Radeln

Ich bin täglich in Wien unterwegs. Zu Fuß, öffentlich, aber meistens mit dem Fahrrad. Ich bin auch täglich auf diversen Plattformen im Internet unterwegs, und oft stolpere ich über Artikel, die die Rolle des Fahrrads und der FahrradfahrerInnen in der Stadt diskutieren. Oft ist von Rowdies die Rede, von Rüpeln, die andere gefährden, und das stimmt natürlich nicht. Aber durch tägliche Beobachtung kann ich mir vorstellen, woher diese Meinungen kommen und möchte deswegen ein paar simple Vorschläge liefern, um das Miteinander zu erleichtern, damit man selbst am Rad (wieder) mehr Spaß hat.

  1. Die Stadt ist keine Rennstrecke. Wenn du schnell fahren möchtest, mach das auf Strecken, die es zulassen.
  2. Drängle nicht, überhole nicht an engen Stellen. Für dich ists vielleicht kein Problem, aber für die Person, die überholt wird, kanns ein großes Problem sein.
  3. Fahre nicht bei Rot über die Ampel. Überfahre nicht einfach so Stopptafeln.
  4. Fahre mit Licht, wenns dunkel ist.
  5. Fahre nicht am Gehsteig. Und wenn es sein muss, dann fahre wirklich, wirklich langsam.
  6. Schimpfe nicht, außer auf Sautrotteln. Und klingle nicht, außer du machst auf eine Gefahr aufmerksam. Wenn du Leute aus dem Weg klingelst, bist du ein Sautrottel. Ergänzung: Sautrotteln sind jene, die statt ihre Geschwindigkeit anzupassen lieber die Klingel in Dauerschwingung versetzen.
  7. Wenn du ständig von den selben Leuten überholt wirst, quetsch dich an der Ampel nicht wieder ganz nach vor. Das macht für alle Beteiligten nur Stress.
  8. Fahr hintereinander, nicht nebeneinander, außer es gibt wirklich, wirklich viel Platz.
  9. Fahre rechts. Außer du bist in England oder Neuseeland, dann fahre links. Ansonsten bleib rechts, immer. Lasse dabei natürlich so viel Platz, wie du brauchst, Autotüren sind nicht deine Freunde.
  10. Wenn du dir mit FußgängerInnen den Platz teilst, fahre langsam, auch wenn du im Recht bist.
  11. Wenn du abbiegst, gib ein Handzeichen. Linke Hand raus, wennst links fahrst, rechte Hand raus, wennst rechts fahrst.
  12. Schneide keine Kurven (vor allem nicht, wenn du links abbiegst), und schaue vorm Abbiegen auch nach hinten über die Schulter!

Radfahren ist Fortbewegung und Radfahren ist Spaß. Und mit ein wenig Rücksicht aufeinander wirds für alle besser.

Ergänzung: Diese Vorschläge beziehen sich auf das Verhalten auf Radwegen, wenns nicht explizit erwähnt ist, gehts um die Interaktion mit anderen Radelnden.