Ein neuer Rettungsschirm ist da…

Die EU hat beinahe vollzählig einen neuen Rettungsschirm genäht, die Frage, ob er den Fall bremsen oder vor schlechtem Wetter schützen sollen, bleibt weiterhin ungeklärt. Die Hebelung beträgt 1,5 Billionen Euro. Da ich mich nicht vorstellen kann, wieviel Geld das ist, folgen jetzt ein paar Relationen.

Löst man die 1,5 Billionen Euro in 10 Cent Münzen auf, so erhält man 15 Billionen Münzen. Ausgeschrieben sieht das so aus:

15 000 000 000 000 Münzen.

Eine Münze wiegt 4,1 Gramm, das heißt, alle diese Münzen zusammen hätten ein Gesamtgewicht von 61 500 000 000 000 Gramm, also 61 500 000 Tonnen, soviel wiegen ca. 40000 Autos.

Aber weg vom Gewicht (das ist mir irgendwie zu abstrakt), hin zu den Maßen. Eine 10 Cent Münze hat einen Durchmesser von 19,75 mm. Alle Münzen aneinandergelegt haben somit eine Breite/Länge von 296 250 000 Kilometer. Damit geht sich der Erdumfang am Äquator ca 7400 Mal aus. Oder anders: Würde man die Münzen auch übereinanderlegen, würde sich eine 14,2 Meter hohe Mauer rund um den Äquator ausgehen. Das ist schon recht hoch.

Ein 500 Euro Scheine ist 0,13120 Quadratmeter groß. In 500 Euro Scheinen braucht man 30 000 000 000 Stück, um diese Geldsumme zu erbasteln. Diese Scheine würden eine Fläche von 393 600 000 Quadratkilometern bedecken. Der größte Kontinent, Asien, ist 44 700 000 Quadratkilometer groß. Wären die Geldscheine ein Kontinent mit einer vergleichbaren Einwohnerdichte wie Asien, würden auf diesem Kontinent ca. 35 000 000 000 Menschen leben.

Weils erfragt wurde: Rechnet man die Münzen in Badewannen um, unter der Annahme, dass eine Badewanne 300 Liter fasst, so könnte man 29 563 200 Badewannen füllen, damit wäre beispielsweise grob über den Daumen jede in Kanada lebende Person mit einer Badewanne versorgt.

Ungefähr 54000 Fussballfelder könnte man mit den Geldscheinen auslegen. Somit wären fast alle Welser und Welserinnen mit jeweils einem Spielfeld versorgt, aber was würden Österreicherinnen und Österreicher schon mit Fussballfeldern anfangen…

Ein Detail zur Rettungsgasse

Schöne Idee, der Flyer, und sicher auch informativ. Aber ein wenig peinlich ist das schon auch…

Danke, danke, danke!

Mein heutiger Dank gilt all jenen, die es durch ihre Politik ermöglicht haben, dass eine Person, die den Protest gegen den WKR-Ball mit der Reichskristallnacht und die Kritik an der politischen Ausrichtung mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich vergleicht, ernsthafte Chancen hat, Anführer der meistgewählten Partei Österreichs zu werden.

Mein heutiger Dank gilt auch jenen, die es wieder nicht schaffen werden, sich nach Alternativen umzuschauen, sich zu informieren, sich Gedanken darüber zu machen, wieso das, was die FPÖ anbietet, nicht besonders klug ist und nur eine weitere Eskalationsstufe darstellt, einen weiteren Schritt in Richtung Zerstörung einer demokratischen Kultur und eines sozialen Miteinanders.

Dieser Mann bringt keine Lösungen, sondern nur Probleme. Wer das nicht versteht, tut mir leid…

Herr Graf, zeigen Sie an!

Gar nicht geehrter Herr Graf!

Bitte, lassen Sie Ihrer Ankündigung taten folgen und zeigen Sie alle Personen an, die am 27.01.2012 gegen den WRK-Ball demonstriert haben. Aber machen Sie dort nicht Halt, zeigen Sie auch all jene an, die in Zeitungen, Blogs, Fernsehen und sonstigen Plattformen verkündet haben, dass es nicht besonders fein ist, dass der WKR-Ball in der Hofburg stattfindet und damit den Anschein erweckt, als wäre er ein von der Republik Österreich offiziell veranstalteter. Dass es nicht besonders fein ist, dass der Ball am Gedenktag der Befreiung von Auschwitz stattfindet.

Zeigen Sie bitte jede einzelne Person an, machen Sie sich die Mühe, um damit ein paar Dinge klarzustellen.

Erstens: Sie und Ihre Gesinnungsgenossen haben nicht begriffen, was das Recht auf Demonstrationen für eine Demokratie bedeutet, eine Demokratie, die Ihnen ja angeblich so sehr am Herzen liegt, dass Sie dafür kämpfen werden (bewaffnet sind Sie ja zumindest mit Säbeln…), den WRK-Ball weiterhin an bekannter Stelle stattfinden zu lassen, weil wo kämen wir denn dahin, wenn sich die Rechtsextremen womöglich woanders treffen müssten, nur weil in diesem Land der Konsens herrscht, dass Rechtsextremismus pfui ist.

Zweitens: Sie hätten ja gern, dass alle Demonstrierenden den Polizeieinsatz finanzieren, den Sie angeblich notwendig gemacht haben. Freilich könnte man da meinen, Sie vertauschen Ursache und Wirkung, aber anders gefragt: Wieviel Geld würden Sie mit den Anzeigen verschwenden? Verwaltungskosten, Gerichtskosten, Zeit, um die Leute zu identifizieren, die gegen den WRK-Ball demonstriert haben, das würden ja sicherlich nicht Sie bezahlen.

Ich bitte Sie nochmal mit Nachdruck: Zeigen Sie an. Alle! Dann haben wir es wenigstens Schwarz auf Weiß, was den Tatbestand der Verhetzung erfüllt, und was nicht. Gerade für Ihre Partei könnte das freilich sehr interessant sein.

Wenige Worte…

Kurz und deutlich: Jeder und jede, der und die diesen Artikel gut findet, ist ein Arschloch.

Ballsaison ist, ich brauche Orden!

Na bitte. Faymann hat einen, Spindelegger hat einen, Berlakovich hat einen, Heinisch-Hosek hat einen, Stöger hat einen, Hundstorfer hat einen, Mitterlehner hat einen, Ostermayer hat einen, und auch Strache hat einen. Jetzt haben wieder ein paar Leute wieder ein paar Gramm Gewicht mehr, das sie in der Ballsaison ausführen können, ist doch schön.

Bundespräsident Heinz Fischer redet irgendwas von verantwortungsvoller Aufgabe, nutzt die Gelegenheit, um zu zeigen, dass er noch nicht ganz weg ist und man ihn noch einsparen sollte, und eigentlich bleibt nur noch die Frage, ob man in Zukunft nicht empfindlich reagieren sollte, wenn einem ein Orden, also, pardon, ein Ehrenzeichen, in Gold, oder in Silber, mit Band oder mit Stern, oder wie auch immer, angeboten wird.

Natürlich wettert die FPÖ gegen die Vergabe, weil die haben sich ja gegenseitig vorschlagen, die von der Regierung. Und eigentlich ists auch ein Blödsinn, dass man fürs Herumsitzen einen Orden bekommt, aber der Heinz Christian freut sich trotzdem. Und regt sich dafür net so auf, dass er in Wahrheit noch bis 2016 warten müsste, auf den Orden.

“Es kann sich jeder leisten!” – Peter Westenthaler

Am Wochenende fand wieder die beinahe wichtigste Veranstaltung des Jahres statt, der ORF widmete wieder gefühlte 64 Stunden Fernsehzeit dem Thema Kitzbühel, und es ist eigentlich auch gut so, eh ois super. Sonst wäre mir diese Wortspende entgangen, vom Möchtegernimmobilienmakler und Nationalratsabgeordneten Peter Westenthaler. Mal davon abgesehen, dass diese zwei Tätigkeiten sicher wunderbar miteinander vereinbar sind, lässt diese Statement tief blicken, ähnlich tief wie der Ausschnitt seines Hemds. Man könnte natürlich sagen: “Ah, eh kloa!” Aber es gilt: Nicht abstumpfen, nicht weichkochen lassen, ärgern, ärgern, ärgern.

Und von mir aus seis gesagt: Ja, ich bin neidisch. Und zwar neidisch darauf, dass mir meine Mitmenschen nicht in so einem Ausmaß am Allerwertesten vorbeigehen, dass ich jegliche Perspektive von außerhalb meiner Nasenspitze nicht mehr wahrnehme. Das Leben muss unglaublich leicht sein.

Übrigens, das Menü vom Stanglwirt: Leistung muss sich wieder lohnen!

Bitte nicht abstumpfen!

Alexander Wrabetz braucht also doch keinen Büroleiter. Zumindest keinen zusätzlichen. Schon wieder haben Leute gehetzt, die Diskussion hat ein unerträgliches Ausmaß erreicht, zum Schutz der von sich selbst und der eigenen Familie zieht Pelinka seine Bewerbung zurück, was aber nichts damit zu tun hat, dass er die falsche Person für die Stelle gewesen wäre.

Jetzt könnte man natürlich nachfragen, wie das denn alles gemeint sei, aber das macht ja eigentlich keinen Spaß mehr, außerdem haben andere gefragt. Antworten gibts eh keine, zumindest keine, bei denen man sich nicht sofort übergeben möchte.

Interessant ist, dass die ORF-Redaktion, die sich zur Wehr gesetzt hat, gelobt, gefeiert wird, als Vorbild genommen wird für all jene, denen mittlerweile der Unmut über die Umstände im Allgemeinen öfter mal die Laune verdirbt. Das Motto lautet: Schaut, Redakteurinnen und Redakteure des ORF haben es geschafft, wenn ihr euch engagiert, zusammenhält, euch organisiert, dann könnt ihr alles niederreisen.

Ja, eh.

Problem ist: Die meisten haben keinen ORF zur Verfügung. Das ist nun mal das größte Mediennetzwerk dieses Landes. Auch wenn keine Unternehmensmittel hergenommen wurde, so ist die Reichweite dieser Organisation selbstverständlich mit kaum einer anderen vergleichbar. Bitte nicht falsch verstehen: Der Widerstand der Redaktion ist großartig.

Aber allzu naiv sollte man an die Sache nicht herangehen. Es wurde in dieser Causa einiges orchestriert, inszeniert, intrigiert. Wer wirklich was wollte, das wird sich wohl auch nach längerer Recherche nicht wirklich freilegen lassen, auch wenn wir uns das gerne einbilden, so blöd sind die wichtigen Beteiligten nicht.

Es gilt, sich nicht weichkochen zu lassen. Dieser “Erfolg” ist womöglich gar keiner, womöglich nur Inszenierung. Um “uns” zu zeigen, dass wir eh was erreichen könnten, wenn wir uns endlich mal organisieren würden. Wenn wir den Arsch hochkriegen würden, dann könnten wir die Missstände in Regierung, Organisation, Verwaltung bereinigen, unser Recht wahrnehmen, das Volk regieren lassen. Aber weil wirs nicht tun, gehts uns scheinbar eh gut genug, also dürft eh alles leiwand sein.

Jo, eh.

Nicht abstumpfen. Nicht weichkochen lassen. Ärgern, wo man sich ärgern muss. Und ja nie die Hände in den Schoß legen. Aber auch nicht auf Wunder hoffen.

PS: Dass der WKR-Ball bis vor kurzem ein Weltkulturerbe war, da fehlen mir echt die Worte…

Bewerbung zum Büroleiter von Superalex

Sehr geehrte Damen und Herren!

Den Medien konnten wir entnehmen, dass eine Leiterin oder ein Leiter für das Büro von ORF-Intendant Alexander Wrabetz gesucht wird. Nun ist zwar bereits ein Kandidat im Gespräch, ungeachtet dessen bieten wir hiermit unsere Arbeitszeit für diese Aufgabe an.

Unsere Stärken werden Sie sicherlich überzeugen: Zusammen verfügen wir beide über jahrzehntelange Erfahrung in den Bereichen Medien, Kunst, Kultur, Marketing, Online-Consulting, PR, Einzelfachhandel, Teaching, Coaching, Automatisierungstechniken, Robotik und Wurstspezialitäten. Die Möglichkeiten für eine Doppelführung des Büros sind weitreichend, als 2 voneinander unabhängige Personen wirken wir an zwei Orten gleichzeitig. So würden wir beispielsweise eine Pressekonferenz veranstalten und an ihr teilnehmen, die aus Social-Media bekannte bilaterale Kommunikation würde damit auf eine gänzlich neue, unserer Meinungen nach zukunftsweisende, Ebene gehoben. Zusätzlich kann sich beispielsweise einer von uns in der Betriebskantine aufhalten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erklären, was sie nicht verstehen (Coaching- und Team-Building-Maßnahmen), während der andere die Bürotätigkeiten (Inserateverwaltung, Beschwerden, politisches Ein- und Umfärben) koordiniert, dies alles würde auf Grund unserer engen teaminternen Koordination zeitnah und kompetent abgewickelt werden, unnötige Reibungsverluste durch konträr zur Unternehmungsführung stehende Meinungen wären somit ein weiteres Kapitel des erfolgreichen Geschichtsbuches des ORF. Stichwort Meinungen: Dadurch, dass 2 Personen mit der Büroleitung beauftragt wären, ergäbe sich die Möglichkeit, ein politisch entsprechend breit aufgestelltes StellvertreterInnenteam zusammenzustellen, um sämtlichen Vorwürfen diesbezüglich sofort den Wind aus den Segeln nehmen zu können.

Wir sparen dem ORF real kein Gehalt, dafür fordern wir auch nicht mehr als das, was Sie für eine Person zu zahlen bereit wären. Sie erhalten also 80 Stunden Arbeitszeit zum Preis von 40. Über die Höhe der Entlohnung müsste man sich allerdings auf Grund unserer Erfahrung und Kenntnisse noch unterhalten.

Zum Zwecke eines Gespräches bitten wir Sie, eines der folgenden Zeitfenster zu berücksichtigen, zu anderen Zeiten ist es uns aus privaten und beruflichen Gründen leider nicht möglich, einen Termin wahrzunehmen:

Freitag, 06.01.2011, 10:00 – 10:30 Uhr
Freitag, 13.01.2011, 13:33 – 14:13 Uhr
Mittwoch, 29.02.2011, 08:00 – 08:15 Uhr

In freudiger Erwartung auf ein Gespräch verbleiben wir mit freundlichen Grüßen und wünschen noch ein schönes Restjahr 2012

Michael und Michael

PS: Bedenken Sie bitte, wieviel Ressourcen Herr Intendant Wrabetz sich sparen könnte, indem er sich nur einen Namen für seinen Büroleiter merken muss.

Das Jahr 2012

Die Neujahrsrede wurde dieses Jahr von einem Präsidenten gelesen, der aus einem Gang kommend an einen Stuhl herantritt, der an einem Tisch steht, der irgendwie immer noch am Gang steht. Schließlich setzt er sich, und beginnt gleich einmal damit, zu erklären, was eine Ratingagentur ist, wie wichtig Europa ist, dass Entscheidungen gemacht werden müssen, so als ob das angesprochene Volk noch irgendetwas mit diesen Entscheidungen zu tun hätte, außer mit den Folgen. Freilich gehört er selbst auch nicht zu jenen Menschen, die mit diesen Entscheidungen aktiv zu tun haben, im Gegensatz hat er sich allerdings durchaus freiwillig in dieses demokratische Exil begeben. Anstatt etwas zu sagen, das den Leuten Optimismus spendet, sie erleichtert, ihnen Perspektiven gibt, oder sie zumindest kurz unterhält, redet er über all das, was wir eh schon Länge mal Breite mal Tiefe mal Populismus aus sämtlichen Medien dieses und nicht nur dieses Landes kennen. Und dabei wirkt er auch noch so, als ob er den Text, den er da stockend abliest, zum ersten Mal liest und eigentlich selbst nicht so recht daran glauben mag, was da steht. Wenigstens gibt es ein paar schöne Gesten, und ab und an ein Lächeln, das wärmt das Herz ungemein.

Andererseits, was will man schon groß sagen, als jemand, der jahrzehntelang die österreichische Politik erlebt hat und somit noch weiß, was früher so von einer Politikerin oder einem Politiker gefordert wurde, zumindest an menschlicher oder beziehungsweise idealerweise und intellektueller Kapazität, da kann einem bei einem Vergleich mit jenen, die aktuell so an den Hebeln wirken, die Romantik ins Gesicht schiessen. Wenigstens kündigt der Bundespräsident keinen Krieg an…

Erheiternd im neuen Jahr ist dafür eine weitere Umdefinition des Mittelstands, zumindest laut ÖVP. Hieß es noch im Jahr 2011 während der Budgetrede, dass der Mittelstand jenes Landes aus jenen Leuten besteht, die ein jährliches Einkommen von 20000 bis 100000 € aufweisen, würde jetzt der Mittelstand am härtesten getroffen werden, wenn es eine Erbschaftssteuer gäbe, die einen Freibetrag von nur 400000 € erlaubt. Das sind zwar im schlechtesten Fall 20 Jahre, im besten Fall 4 Jahre, in denen man zu 100% asketisch lebt, um auf einen Betrag in dieser Region zu kommen, aber das ist der ÖVP egal. Wahrscheinlich auch egal ist ihr, dass dadurch geschätzte 98% der Bevölkerung dieses Landes nicht einmal mehr zur Mittelschicht gehören, dabei hätte die Finanzministerin diese Schicht schon so weit nach unten erweitert. Man hat es in der ÖVP nicht immer leicht.

Die SPÖ verfolgt ihren Kurs Richtung Unverschämtheit zumindest auf Bundesebene auch im neuen Jahr konsequent, wenn diese Partei gemeinsam mit der ÖVP nicht dafür sorgen würde, dass geistig Verarmte aus dem braunen Sumpf wieder ans Tageslicht schwappen, könnte es einem ja egal sein. Allerdings erreicht die Dreistigkeit, mit der einem junge unqualifizierte Sauerstoffverschwender quasi mitten ins Gesicht lügen mittlerweile wirklich, wirklich, wirklich sehr schwer zu verdauen. Sollte jemand einen Tipp für eine verdauungsförderndes Mittel haben, ich bitte darum.

Ein schönes Restjahr euch allen!