einige punkte, die man unbedingt beachten sollte, wenn man als mitarbeitende in einem öffentlichen verkehrsmittels ernstgenommen werden möchte:
1) wenn eine person älteren semesters sich an das gefährt annähert, möglichst so lange warten, bis sie in armreichweite ist, und dann wegfahren. bonuspunkte gibt es, wenn man lediglich die türverriegelung aktiviert, wartet, bis sich die person auf den weg macht zu einer anderen einstiegsmöglichkeit und dann erst wegfährt, weitere pluspunkte gibts dann, wenn die person offensichtlich wirklich große schwierigkeiten mit der autonomen fortbewegung hat.
2) fahre ich auf einer möglichst verwinkelten strecke, versuche ich, die kurven möglichst verwinkelt zu fahren, die mitfahrenden dürfen auf gar keinen fall durch den straßenverlauf erahnen, in welche richtung es sie als nächstes aufbrackt.
3) fahre ich eine fade, gerade strecke, versuche ich dies durchs möglichst unnötige brems- und beschleunigungsmanöver zu kompensieren, weil sonst hält das ja niemand aus, die fadheit.
4) fremdsprachen beherrsche ich keine, und auskünfte gibts nur genuschelt.
5) es dürfen keine fahrräder mitgenommen werden, egal wie leer das verkehrsmittel ist. vorschrift ist vorschrift, und das öl auf der kette ist brandgefährlich, bei klapprädern allerdings nicht.
6) essen und trinken hat in meinem gefährt nichts verloren, deswegen bitte ich alle essenden, ihre gerade in angriff genommene speise im mistkübel bei der haltestelle zu entsorgen, warte allerdings nicht, bis sie wieder eingestiegen sind, sondern fahre los, das lachen unterdrück ich mir, ich bin ja keine frohnatur.
7) leute mit kinderwagen sollen gfälligst zu fuss gehen, oder techniken entwickeln, wie sie mit dem werkl selbst in die bim kommen, depperte gutmenschen…
8) ich verwende meine hupe oder glocke zur massregelung von allen personen um mich herum, und zwar in vollem umfang der möglichkeiten, die mir der erbauer meines gefährts gegeben hat. ab und an grüße ich damit auch bekannte, aber davon gibts nicht sehr viele.
und jetzt fahr ich weiter, bim, bim!
selbige Verhaltensregel lassen sich durchaus auch anderen Personen- und Berufsgruppen zuordnen.
ABER – hierfür ein allgemeines Verhaltens- oder gar ein darauf basierendes Punktesystem (müssten eigenlich Ringerl da für Oaschloch stehend sein) anzunehmen würde voraussetzen, dass da System und Plan dahinterstecken. Da traut man ihnen dann vielleicht doch etwas viel zu….
Interessant finde ich solche gruppendynamische Prozesse in Soziotopen mit mehr als zwei Teilnehmern insofern, dass gewisse Grenzen insofern eine Flexibilität aufweisen, als dass die größten Arschgeburten immer wieder durch neue Handlungen die Latte noch etwas höher legen – der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.
Unter dem Deckmäntelchen von ‘andere haben es noch wilder getrieben, das was ich mach ist noch gar nichts’ kann man sich dann auch schon mal “verbremsen”, etwas “übersehen/hören/riechen” udgl.
‘Je größer der persönliche Frust, desto größer die Allmachtsphantasien – und wehe wenn sie losgelassen… so oder so ähnlich schrieb es der Eco mal.
Der Blockwart ist auch mir auf den Fersen…