der wiener wahlkampf gestaltet sich mittlerweile genauso, wie erwartet. naja, oder zumindest fast, überraschungen gibt es ein paar kleine.
die fpö bewegt sich wie immer auf dem selben nivo nievou niveau, knapp über dem, was sich typischerweise hinterm herd befindet, weswegen wir den herd nie zur seite schieben, weil was wir nicht sehen, dessen grauslichkeit müssen wir uns vorstellen. beim herd kann mans auch einfach ausblenden, bei der fpö wirds leider schön langsam schwierig. mal davon abgesehen, dass sich dieser spitzenkandidat mittlerweile gebärdet wie eine mischung aus halbgott, vollkoffer und kaisersteigbügelhaltermöchtgernspritzenverschwenderheinzi, haben sie eine neue stufe der penetranzgenerierung erklommen: das fluten meines postfachs. ich habe in den letzten 2,5 wochen 5 an mich persönlich adressierte zusendungen bekommen. die ersten 2 habe ich schlicht weggeworfen, die anderen 3 retourgeschickt. mal schauen, vielleicht geht sich ja noch eine sendung aus bis sonntag, oder vielleicht für danach, als dank für die stimme. ich war mir schon dessen bewusst, dass ich ein gewisses risiko eingehe, wenn ich meine penisvergrößerungspumpe an meine echte adresse schicken lasse, aber dass die fpö da auch gleich rankommt? nun, gut, eigentlich hätt ichs wissen sollen.
das bzö beweist, dass man ohne programm, ohne eindeutigen meinungen, ohne eindeutiger linie irgendwie zu nix kommt. und ein spitzenkandidat, der irgendwie versucht, sich von der eigenen partei zu distanzieren, im fernsehen noch dazu auf einmal nicht mehr reden kann, trotz einschlägiger beruflicher erfahrung, so ein spitzenkandidat hilft einem nicht unbedingt weiter. und die spö-absolute, ich glaub, die verhindert sich auch ohne bzö. wenns nicht so orange wär, könnt einem dieses menschenhäuflein fast leid tun.
die övp zeigt im wahlkampf, dass das klischee einer bauernschädlpartei bei der volkspartei irgendwie nicht wirklich weit an der wahrheit vorbeischiesst. die themen beziehen sich auf die stadt wie mein blog auf musikharmonieanalysen steirischer apfelbaumfällmusik, die meisten ideen sind auch für die stadt schlicht nicht umsetzbar, aus legislativen gründen, und einer regierungspartei wäre eigentlich fast zuzutrauen, dass sie das weiss. naja, große teile des wahlviechs, pardon, wahlvolks wissens wohl eh auch nicht, ein kalkül, das hoffentlich ganz deftig ins knie gehen wird. denn diese partei ist wirklich für die stadt wien einfach nur fürchterlich. egal ob auf deutsch, niederösterreichisch, marekisch oder pröllisch.
eine überraschung kommt seitens der grünen: der bescheuerte einstieg in den wahlkampf, mit basisdemokratur, stimmchen-hick-hack, listenpositionierungslotto und übergroßer grauer eminenz, ist fast vergessen, und vassilakou zeigt endlich, was in ihr steckt, und zwar eine person mit der richtigen einstellung, mit den richtigen visionen, mit dem richtigen ton und mit dem richtigen auftreten. ich hätte nicht gedacht, dass aus ihr eine hoffnungsträgerin für die österreichische grünen-bewegung werden könnte, aber sie ist auf dem besten weg. und es ist ihr unendlich hoch anzurechnen, dass sie sich vom restlichen äffchen- und affenwahlkampf nicht hat anstecken lassen, applaus, applaus, applaus!
und die spö? naja, herrschaftlich, wie sonst? häupl interessiert es glaub ich echt längst nicht mehr, was seine untergebenen von ihm wollen oder wünschen, zu fest ist seine eigene vision für seine stadt, sein wien in seinem hirn eingebrannt, und wir können alle froh sein, dass diese vision zumindest nicht die verkehrteste ist. wie er sich präsentiert, naja, herrschaftlich. aber als oberster repräsentant wiens gibts fast keinen passenden, ein bürgermeister wie seine stadt, köstlich.
aber was zum kuckuck machen schon wieder die jungen? zuerst rülpst der immerhin 33-jährige gemeinderat peko baxant folgendes raus: “Es ist wie bei der Schlacht von Stalingrad: Entweder schlagen wir die Nazis zurück, oder sie überrollen uns.” die güte dieser aussage ist eigentlich kaum bewertbar, würde sie von einem 8-jährigen kommen, könnte man vielleicht noch drüber lachen und behutsam erklären, wieso das jetzt nicht so toll war, aber von einem 33-jährigen könnte man schon erwarten, dass er das ein oder andere büchlein zumindest angeschaut hat, nun denn, egal.
und jetzt kommt mr. x. für alle, die ihn noch nicht kennen: www.ichbinwien.at und den comic anschauen. gedacht als replik auf strache-kickls sagenwelt, ist das eigentlich auch ein ordentlicher bomber im heimischen keramikreich. nazizombies? ja, schon, lustig, in left4dead, aber auch hier, ich mein, muss man sich wirklich auf dieses level runterschwingen? hat die spö es ernsthaft nötig, auf diese art und weise zu kontern? brenn ma als nächstes den nazischergen a haße aufs guck, oder wie? leider fürchterlich, erbärmlich. und zeichnerisch und storytechnisch noch dazu ganz, ganz leichte magerkost, pfui, gack.
wie auch immer.
in ein paar tagen ists aus, und dann gehts eigentlich erst richtig los. überraschungen am sonntag? man weiss es nicht, ich weiss es nicht, wirklich nicht.
für morgen gibts aber einen termin: stephansplatz, 18 uhr. und zwar net, um dem kasperl im ring zuzujubeln. sondern um ihm zu zeigen, dass seine politik in dieser stadt unerwünscht ist. jawohl!