ein paar gedanken zum nationalfeiertag

wieso feiert österreich seinen nationalfeiertag am 26.10 und nicht beispielsweise am 15.5., als die rechtliche grundlage fixiert wurde, wie wir österreicher (ha, ha…) wieder frei und ohne aufpassermamas staaten können. oder womöglich am 27.7., als diese rechtliche grundlage nicht nur ein ziemlich fescher patzn papier und ein ziemlich steiles video war, sondern tatsächlich auch in kraft getreten ist? wieso feiern wir also erst im oktober?

man könnt jetzt argumentieren mit: symbolkraft! die symbolkraft! ja, eh, “österreich ist frei!” hatte sicher ganz wenig symbolkraft!

oder mit rechtstaatlichkeit? weil erst wenn der letzte soldat draußen ist, ist er echt draußen.

aber das ist ja alles a blödsinn. die wahrheit ist: am 15.5. feiern wir nicht, weil da ist der 1.5. grad vorbei, und zwei feiertage im mai braucht keiner. und im sommer haben eh alle ferien.

jetzt, wo wir wissen, wieso wir feiern, wann wir feiern, kann man sich die frage stellen, wieso wirs so feiern, wie wirs feiern. traditionellerweise werden an jenem tag recht viele rekruten angelobt, also offiziell in mehrere wochen oder monate stumpfsinn übergeben, die eltern schauen stolz zu, und man fragt sich, warums so kalt ist. und wieso der typ da vorne so schreien muss (und ja, es ist IMMER ein typ!). dann schaut man sich um, wenn man pech hat, steht man am heldenplatz, und wird von black hawks (neuerdings), panzern und schaumrollen anglächelt. eh fesch.

aber wieso zum kuckuck machen wir das? österreich hat und hatte nie so etwas ähnliches wie eine militärische tradition. wir hatten auch nie so etwas ähnliches wie eine durchschlagskräftige streitkraft, egal auf welchem bodentechnischen gebinde. wieso stell ma dann bitte den heldenplatz mit attrappen von attrappen zu, obwohl eh jeder weiss, dass wir das nicht brauchen, und in den meisten fällen auch nicht wissen, obs denn funktionieren wird, wenn wirs vielleicht dann doch brauchen könnten. beispielsweise für einen filmdreh: “angriff der killergölsn!”, zum beispiel.

egal, man muss sich diese frage auch eigentlich nicht stellen, echt dämlich wirds ja nur, wenn einem die panzer den ring zustellen, weil sich irgendjemand eine parade einbildet, und dann fahrst auf einmal nicht zum südbahnhof, weil da steht ja ein panzer, sondern nach hollabrunn hohenau (mein wienzentrismus, immer wieder mein wienzentrismus…) und dann kommst zu spät in hohenau an, und dann möchtest dich auch schon ansaufen, aber wer will das schon in hohenau?

aber stichwort hohenau: raus aus der stadt ist wahrscheinlich ein motto, dem man sich durchaus fügen kann. wenn man das alles nicht so gern hat. weil man muss ja nicht über alles sudern, was einem vor die flinte kommt.

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zu etwas völlig anderem: wenn sich jemand auf einmal nicht mehr meldet, kann man ja als paranoiagesteuerter mensch davon ausgehen, dass die person, die sich nicht mehr meldet, einen persönlichen hass auslebt, oder man etwas gesagt hat, dass zu etwas und so weiter, oder dass die person vielleicht tot ist, oder verschollen, oder vielleicht auch vergessen hat, sich abzumelden, weil sie jetzt auf eine 6-monatige fahrradtour durch afrika aufgebrochen ist. ein paranoiabefreiter mensch könnte sich natürlich denken: naja, die person wird einfach das handy verloren haben, oder grad ur viel zu tun haben, und dann einfach weitermachen.

jetzt probiert man in beiden fällen früher oder später wohl schon, den kontakt von der eigenen seite aus aufzubauen. wenn man da dann scheitert, dann beginnt man sich vielleicht zu wundern, das verlorengegangene handy zieht hier natürlich auch als argument, ebenso das übermaß an hackn. dank des internets, eine sache, die von recht vielen leuten noch als neu bezeichnet wird, von manchen als neues medium, von anderen einfach nur als medium, was natürlich alles kompletter pups ist, bekommt man dann aber irgendwie auch mit, was diese person sonst so kommuniziert. und dann wirds sogar beim paranoiabefreiten menschen schwierig, nicht an eine hasstiradensammlung zu denken, oder an “hätte ich beim letzten treffen seinen papa vielleicht doch nicht als …. (nach belieben einsätzen) bezeichnen sollen?” oder an “vielleicht wars doch nicht so gscheit, seiner freundin … (siehe oben)?” und so weiter zu denken. man könnte jetzt sagen: holland the fuck up!

ich sage: michi vermisst michi!

1 Thought.

  1. Das Österreichische Bundesheer (kling lustig, wa ?)

    Drahdiwaberls Stechschrittmambo bringt wie selten zuvor und später nie wieder das auf den Punkt. Alles. Ein seltener Glücksfall.

    Zum Nationalfeiertag: man wende sich – stichprobenartig – bei verschiedenen Gelegenheiten und möglichst anderen Lokalitäten (U-Bahn/Branntweiner/Famlienkreis) unvermutet an jemanden und frage diese Person in vertraulichem Ton, was denn am 26. Oktober in Österreich gefeiert wird. Die Antworten trage man eine Liste ein und überlege sich dann, was dagen spricht, sich so schnell als möglich das Hirn mit was auch immer (Alkohol/Drogen/Fernsehen/…) wegzuätzen.

    Alles Gute zum Weltspartag und einen schönen Feiertag noch. Euer,

    Onkel Ernsti

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