früher war alles härter

mir ist wieder mal das vergnügen in den schoß gefallen, ein paar leute, die nicht unbedingt meiner generation zugehörig sind, durch wundervolle und schöne landstriche zu chauffieren und dabei zu lernen, dass es nicht nur in österreich leut gibt, die anständig arbeiten, aber halt doch net sehr oft, dass man loben muss, wenn jemand tüchtig ist und dass dieses wort überhaupt noch verwendet wird. nun ist es ohne einiger bekanntschaft zu einer person nicht immer einfach, zu dekodieren, ob jemand etwas ernst meint oder eher etwas im sogenannten scherz, außerdem bin ich der meinung, dass es bei damen und herren älterer semester im allgemeinen schwieriger ist, humor oder nichthumor richtig lesen zu können, aber ich finde derlei erkenntnisse eigentlich fantastisch, vor allem von leuten, die ganz offensichtlich schon einige landstriche dieses planeten in ihren erfahrungsschatz eingepflegt haben, zumindest wenn man dem zustand ihrer koffer nach urteilen möchte. die werden allerdings im flugzeug kaputt, und im 4-stern-hotel hat man womöglich nicht immer kontakt zur oberfläche. aber, was sag ich, aus mir spricht der pure neid.

und dabei sollte der neid dankbarkeit sein.

denn ich habs so leicht, genauso wie alle anderen in meiner generation, wir haben es so verdammt leicht. wir haben alles, im überfluss, und was machen wir? sind verzogen, arbeiten nichts, jammern, wenn wir schwanger werden, erdreisten uns, länger als 3 stund pro woche zu schlafen, sudern herum, dass wir nix haben und wissen von allem nichts.

gewissermaßen haben sie ja recht, auch wenn sie natürlich keine ahnung haben, also sie, die älteren, die sich noch um brot und butter streiten musste, tagelang gefroren haben und was weiß ich alles durchstehen mussten. nimmt ihnen niemand weg, und ich bewundere jede person, die das, was sich vor 70 jahren beispielsweise in europa abgespielt hat, durchaus. wenn ich auch der meinung bin, dass allein die menge an leuten, die es geschafft haben, zeigt, dass die leistung womöglich durchschnittlich war, sprich, ich sie vielleicht auch erbracht hätte, aber wie gesagt, wegnehmen tut ihnen niemand etwas. glaub ich.

gespräche dieser gangart können ein wenig an die nieren gehen. müssen sie nicht.

aber wie war das mit gewissermaßen recht haben? man starrt große teile des arbeitstages in einen bildschirm, färbt um, tippt, kalkuliert, spielt tetris und nennt es arbeit. oder man unterhält sich mit irgendwelchen leuten in irgendwelchen städten und versucht ihre probleme zu lösen. probleme, die mit ins bildschirm-starren und umfärben zu tun haben, meistens, und dann nennt man das arbeit. und dann kommt man nach hause, besucht die großmutter, und die fragt dann: “und, was hast heut produziert? hast du was zu essen gemacht, oder ein haus gebaut, oder zumindest einen ziegel? nein, na, prächtig, und du willst arbeiten?”

douglas adams hat in seinem prächtigen anhalter eine waffe ersonnen, mit der man einer anderen person den eigenen standpunkt vermitteln kann. so deutlich, dass diese person dann kurz oder länger so verdutzt ist, dass sie nicht anders kann, als in sich zu gehen und sich für einen idioten zu halten. nun denn, manchmal wäre so eine waffe in echt praktisch, nicht nur den älteren gegenüber. aber wahrscheinlich komme ich auch nur auf so gedanken, weil ich nicht gerade socken stopfen muss, oder hosen nähen, oder bügelbretter zusammennageln oder mauerwerk ausbessern, oder mich für brot anstellen muss.

aber reizen würde mich der einsatz so einer waffe schon. beispielsweise bei wolfgang schüssel. was da wohl passieren würde, wenn er realisieren würde, was andere leute halten und denken? wahrscheinlich eh nichts, das können die leute ja tatsächlich großartig, das ausblenden.