Alexander Wrabetz braucht also doch keinen Büroleiter. Zumindest keinen zusätzlichen. Schon wieder haben Leute gehetzt, die Diskussion hat ein unerträgliches Ausmaß erreicht, zum Schutz der von sich selbst und der eigenen Familie zieht Pelinka seine Bewerbung zurück, was aber nichts damit zu tun hat, dass er die falsche Person für die Stelle gewesen wäre.
Jetzt könnte man natürlich nachfragen, wie das denn alles gemeint sei, aber das macht ja eigentlich keinen Spaß mehr, außerdem haben andere gefragt. Antworten gibts eh keine, zumindest keine, bei denen man sich nicht sofort übergeben möchte.
Interessant ist, dass die ORF-Redaktion, die sich zur Wehr gesetzt hat, gelobt, gefeiert wird, als Vorbild genommen wird für all jene, denen mittlerweile der Unmut über die Umstände im Allgemeinen öfter mal die Laune verdirbt. Das Motto lautet: Schaut, Redakteurinnen und Redakteure des ORF haben es geschafft, wenn ihr euch engagiert, zusammenhält, euch organisiert, dann könnt ihr alles niederreisen.
Ja, eh.
Problem ist: Die meisten haben keinen ORF zur Verfügung. Das ist nun mal das größte Mediennetzwerk dieses Landes. Auch wenn keine Unternehmensmittel hergenommen wurde, so ist die Reichweite dieser Organisation selbstverständlich mit kaum einer anderen vergleichbar. Bitte nicht falsch verstehen: Der Widerstand der Redaktion ist großartig.
Aber allzu naiv sollte man an die Sache nicht herangehen. Es wurde in dieser Causa einiges orchestriert, inszeniert, intrigiert. Wer wirklich was wollte, das wird sich wohl auch nach längerer Recherche nicht wirklich freilegen lassen, auch wenn wir uns das gerne einbilden, so blöd sind die wichtigen Beteiligten nicht.
Es gilt, sich nicht weichkochen zu lassen. Dieser “Erfolg” ist womöglich gar keiner, womöglich nur Inszenierung. Um “uns” zu zeigen, dass wir eh was erreichen könnten, wenn wir uns endlich mal organisieren würden. Wenn wir den Arsch hochkriegen würden, dann könnten wir die Missstände in Regierung, Organisation, Verwaltung bereinigen, unser Recht wahrnehmen, das Volk regieren lassen. Aber weil wirs nicht tun, gehts uns scheinbar eh gut genug, also dürft eh alles leiwand sein.
Jo, eh.
Nicht abstumpfen. Nicht weichkochen lassen. Ärgern, wo man sich ärgern muss. Und ja nie die Hände in den Schoß legen. Aber auch nicht auf Wunder hoffen.
PS: Dass der WKR-Ball bis vor kurzem ein Weltkulturerbe war, da fehlen mir echt die Worte…