An alle Eltern

Heute habe ich eine wichtige und klare Nachricht an alle Eltern:

Postet keine Fotos eurer Kinder im Internet.

Postet sie nicht auf Facebook, postet sie nicht auf Twitter, postet sie nicht auf Pinterest, Instagram oder auf eurem Blog. Postet sie nicht auf eurer Website (außer ihr wisst wirklich, wie ihr die entsprechende Seite per Passwort und Verschlüsselung sichert), lasst sie nicht auf Seiten mit Geburtsannoncen posten, haltet die Fotos eurer Kinder vom Internet fern.

Wieso?

Weil ihr euren Kindern sonst das Recht nehmt, eine eigene Identität aufzubauen. Wenn alle deine Entwicklungsstufen im Internet zu finden sind, Bilder davon, wie du als Baby ausgesehen hast, wie du als 12-jähriger beim Fußball ausgeschaut hast, als Pubertierender im Italienurlaub, nehmt ihr eurem Kind die Chance, selbst zu zeigen, wie man ist, wer man ist, was man gern hat und was nicht. Alles, was ihr als Familie macht, was euer Kind macht, ist privat.

„Aber ich will die Fotos meiner Familie zeigen, die sollen auch etwas von meinem Kind haben!“ Dann besucht eure Familie, druckt Fotos aus, schreibt ihnen einen netten Brief, nehmt Videos auf und verschickt sie. Aber postet all diese Dinge nicht im Internet.

Kinder werden schon früh genug Fehler machen, Dinge über sich selbst erzählen, die sie für cool halten, das Talent, sich selbst in Probleme zu bringen, ist bei jedem Kind meist mehr als ausgeprägt. Und gehört zum Entwicklungsprozess dazu. Also nehmt ihnen nicht die Möglichkeit, sich im Internet wie ein Schwein aufzuführen (was natürlich nicht heißt, dass ihr nicht die potentiellen Auswirkungen solchen Verhaltens vor Augen führt, schließlich habt ihr als Eltern die Pflicht, eure Kinder zu erziehen, das scheinen viele zu vergessen).

Abgesehen davon, dass Fotos eurer Kinder zu allen möglichen Zwecken und von allen möglichen Leuten missbraucht werden können (denn merke: Ists einmal im Internet, bleibts im Internet!), sollte mittlerweile auch klar sein, wie schnell sich Informationen verknüpfen lassen, um Profile von Personen zu erstellen. Dabei geht es nicht um die vertrottelte Einstellung „Ich habe nichts zu verstecken!“, sondern um Privatsphäre, um das Recht, für sich zu behalten, was man wirklich denkt, für sich zu behalten, wo man mit 5 Jahren Urlaub gemacht hat, für sich zu behalten, welche Krankheiten man mit 14 Jahren hatte.

Es geht darum, dass jeder Mensch das Recht hat, so viel über sich selbst preis zu geben, wie er oder sie möchte. Dass dieses Recht mittlerweile sehr aufgeweicht wurde und von vielen missachtet wird, steht auf einem anderen Blatt.

Aber ihr seid Eltern. Und die Rechte eurer Kinder solltet ihr stärken und nicht aktiv untergraben.

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