Befreit Daniela Zeller!

Seit einigen Tagen stelle ich Veränderungen an meinem Hauptwohnsitz fest, und schön langsam fällt es mir schwer, diese Veränderungen zu ignorieren. Der Hauptwohnsitz ist die flotte Flotte (an dieser Stelle stellt ihr euch bitte vor, dass ich euch lächelnd zuwinkere und mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf euch deute, wir nennen das ab jetzt „Der Gebrauchtwagenhändler“) der Westbahn, oder Westbam, wie ich sie zu nennen pflege („Der Gebrauchtwagenhändler“).

Die Züge waren von Anfang an durchaus erheiternd, und zwar vor allem auf Grund der akustischen Gestaltung. Teil des Beschallungskonzepts scheint es auf jeden Fall zu sein, die Fahrgäste nicht kalt zu lassen. Man kennt das ja schon von anderen öffentlichen Orten, niemand beachtet so richtig, was da mitgeteilt wird, und das ist meistens schade, vor allem, wenn gerade der Zug von einem anderen Bahnsteig als erwartet wegfährt. Aber zuhören lernt man schließlich schon in der Schule.

Jedenfalls ist das Spektrum des Amusements durchaus breit: Einerseits sind die Westbahnstewards (m/f) (ja, so stehts geschrieben…) allesamt nicht als Sprecherinnen und Sprecher ausgebildet, und bieten, neben einer Vielzahl an verschiedenen Dialekten, auch öfter mal schöne Stilblüten an. Unterstützt werden die Durchsagen durch gewisse technische Spielereien, so ist einerseits die Lautstärkenregelung scheinbar so eingerichtet, dass sie sich ruhig austoben kann, was mitunter dazu führt, dass der verdiente Nachmittagsschlaf eher je beendet wird. Halleffekte oder Delays tun ihr Übriges, um diese Suppe so richtig zu salzen.

Neu ist allerdings die Stimme von Daniela Zeller. Ich habe keine Ahnung, wer diese Frau ist, ich weiß nur, dass Sie mittlerweile scheinbar immer in jedem Zug sitzt, in dem ich auch sitze. Sie sendet aus dem Westcafe, live, wie sie bei jeder Zwischenmeldung betont. Und in der Früh sieht sie immer einen Herren in grünem Pullover, der ein Heißgetränk vertragen könnte. Und am Nachmittag ist der Prosecco immer schon gekühlt und freut sich, angestoßen zu werden. Zu sehr fairen Preisen.

Ach ja, Gemüsesandwiches sieht sie auch, die sind frisch und fröhlich zum anbeißen (sic!).

Ich mache mir schön langsam Sorgen um die arme Frau. Wird sie im Westcafe gefangen gehalten? Wieso finde ich sie nie, wenn ich nachschaue? Werde ich gelegt, von der Werbung verarscht? Ich suche Antworten! Und Heldinnen und Helden, die die Dame retten!

Dieser armen Frau muss geholfen werden.

PS: Ernsthaft: Man muss sich in einem Verkehrsmittel nicht wie in einer Dauerwerbesendung fühlen. Und feuerts eure Texter…

PPS: Werbung auf den Tischen wirds nicht schöner machen…

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