Das WC-Dilemma

Im Leben eines Mannes kommt es des Öfteren vor, dass er das stille Örtchen aufsuchen muss. Das mag bei Frauen auch vorkommen, mit Sicherheit weiß ich es nicht, bei Frauen kenne ich mich nicht aus, und womit ich mich nicht auskenne, darüber schreibe ich nicht. (An dieser Stelle erwarte ich mir einen Einstiegsapplaus, ein Statement von dieser Klarheit liest man nämlich selten)

Jedenfalls passiert es auch mir hin und wieder, dass ich der Biologie gehorchen muss, meist an Orten, die sich außerhalb meiner eigenen vier Wände befinden, zum Beispiel im Büro. Eher öfter als genehm ist die Toilette oder das Pissoir nicht unbedingt in einem Zustand, als dass man es gerne als Teller für ein Mittagessen verwenden möchte. Ohne in Details gehen zu wollen, sind viele Männer doch ziemliche Ferkeln.

Das Dilemma, das sich mir nun aufzeigt, ist folgendes: Verrichte ich mein Geschäft in einer Art, dass ich selbst für keine neue Verunreinigung sorge, und verlasse daraufhin die Toilette, glaubt die Person nach mir, die womöglich noch dazu sieht, wie ich den Ort des Verbrechens verlasse, dass ich der Schmutzfink wäre, der das WC in einer derart unguten Zustand hinterlassen hat.

Lege ich wiederum Hand an und sorge dafür, dass das WC in so einem Zustand ist, in dem ich es auch weitergeben möchte, kümmere ich mich mehr als um meinen eigenen Scheiss.

Dieses Dilemma stellt sich mir vor allem auch dann, wenn ich nicht auf Tuchfühlung mit der Klobrille gehen muss, auf der aber womöglich auch etwas drauf ist, das dort nicht hingehört, Stichwort Haarausfall.

Was tun?

Wir sagen alle die Wahrheit!

Eigentlich fast schon zu platt, um noch draufzusteigen, aber egal: Folgendes Video anschauen und sofort die Hoffnung aufgeben, dass die etablierten politischen Strukturen dieses oder irgendeines anderen Landes dabei helfen werden, die Welt zu einem gerechteren Stück Materie zu machen…

PS: Von den anderen „traditionellen“ Gruppierungen ließe sich sicher ein entsprechendes Video basteln…

How to make the news – not

Ich gebe zu: Ob mir die Lobhudelei Richtung Wiener Linien nicht ein wenig peinlich ist, habe ich bis jetzt noch nicht entschieden. Was ich davon halten soll, dass der Onlinestandard auf meinen Eigentipp reagiert hat, und dem ganzen tatsächlich einen Artikel gewidmet hat, weiß ich auch nicht so recht. Der Nachrichtenwert für einen eigenen Artikel wäre mir wohl nicht groß genug gewesen, andererseits: Vielleicht war die Redaktion ähnlich überrascht, wie ich, wer weiß?

Gar nicht überraschend hingegen war die Reaktion der Standardposter, die mich des erweiterten Raunzertums bezichtigten, mir rieten, dass ich doch zu Fuss gehen solle, wenn ich scheinbar über so viel Tagesfreizeit verfüge, um mich mit so einem Scheiss zu beschäftigen, eine Email und so weiter und so fort zu verfassen. Nun gut.

Die Wiener Linien haben (größtenteils) korrekt reagiert. Natürlich werden Fakten schöngefärbt dargestellt, die neuen Wägen dürften ein Problem haben (siehe beispielsweise folgende Diskussion), und man kann nicht behaupten, dass es sich bei dem Problem um eine Bagatelle handelt (von bissl Rütteln kann nicht die Rede sein). Aber die Wiener Linien arbeiten daran, und reagieren richtig.

Würden so manche Standardposter für die Wiener Linien arbeiten und die selbe Einstellung an den Tag legen, wie sies beim Ablegen ihrer Gedanken im Web tun, würden wir wohl mit dampfbetriebenen Zügen durch die Gegend tuckern, wenn überhaupt.

Also: Raunzen auf hohem Niveau, aber gehts doch bitte Scheissen mit eurem „Geh doch zu Fuss, wenns dir nicht passt!“ Das war schon im Kindergarten dämlich.

PS: Weils sicher kommen wird: Dünn ist meine Haut nicht. Aber auch mir machen Flamewars Spaß ;-)

Rauchen oder nicht Rauchen, was ist hier die Frage?

Im Moment ist es scheinbar wieder in Mode, sich gegenseitig darüber den Schädel zu spalten, ob es jetzt cooler ist, zu Rauchen oder nicht zu Rauchen. Und es ist mir fast peinlich, zu gestehen, dass ich wirklich keine Ahnung habe, was jetzt genau das Problem ist.

Früher waren die Fronten ganz klar gezogen: Wer cool sein wollte, hatte zu pofeln, was das Zeug hält, aber nur Zigaretten, die Sportvariante war etwas für Hippies. Bis auf filmische Superhelden hatten alle lässigen, fantastischen, supereren Leut mindestens einen Tschick im Mundwinkel hängen. Superman nicht. Aber der ist halt auch echt anders. Aber diese Bild wissen wir, und so manch neuere Produktion spielt damit, Mad Men zeigt vor, wie gut ein Lucky Strike-Packerl in einer Hemdtasche aussieht.

Dass der Umgang mit diesen Suchtmitteln natürlich irgendwie naiv und verklärend ist, wurde irgendwann von der Unterhaltungsindustrie eingesehen, das Image hat sich gewandelt, und auch in der Formel 1 gibts jetzt Werbung für Computerteilzulieferer statt für Marlboro, nun gut.

In der europäischen Union setzen sich jetzt nach und nach Gesetze durch, die Regeln sollen, wie es denn mit dem Umgang mit diesen Nikotindingern in der Öffentlichkeit aussehen soll, und irgendwie ist ja ein gewisser politischer Konsens vorhanden. Geraucht wird im Privatbereich, punkt. Weil überall anders schadets eventuell jemandem, der oder die nicht davon berührt werden möchte, aus welchen Gründen auch immer. Nach ein paar Jahren Evolution könnte man meinen, dass dieses Thema eigentlich keine große Sache ist. Und selbst Politikerinnen und Politiker gehen mit bestem Beispiel voran, oder haben Sie irgendwann in den letzten 10 Jahren jemanden von denen rauchen gesehen? Na eben…

Und jetzt kommt man wohl zu den Wirtschafts- und Lobbyinteressen: Rauchen ist gar nicht so ungesund, wie man tut, das stimmt alles nicht, die linkslinken Systemmedien schlagen auch da zu und so weiter und so fort. Fakten werden von Antifakten vernascht, Studien überschlagen sich in- und umeinander und am meisten freuen sich wahrscheinlich die Institute, die für die Studien zuständig sind. „Heast, mochts es mal die Antikampagne, die nimmt man uns nimma ab.“ – „Passt, dafür gibts dann am Monatsende wieder an gscheiten Empfang, ja?“

Dass Zigaretten ihre positiven Seiten haben, das wird von Leuten, die zumindest ab und an gekostet haben, auch nicht wirklich in Abrede gestellt, auch wenn das, was heutzutage als Zigarette verkauft wird, ja wirklich ein eigentlich unzumutbares Derivat ist, aber gut. Dass es nicht besonders gesunde oder wirtschaftlich kluge Gründe gibt, das wird auch niemand von der Hand runterdiskutieren wollen. Ziemlich ähnlich verhält es sich ja mit Alkohol, und soweit mir bekannt ist, kommt das in der Arbeit trinken oder betrunken sein nicht besonders gut an, auch wenn es strenggenommen keine Gesetze dagegen gibt.

Das eine gut, das andere schlecht zu heißen, das ist halt schon ein wenig unehrlich und verdrehend. Dass der Einfluss auf meine Umgebung ein anderer ist, wenn ich mir ein Bier hineinstell oder mir eine Zigarette anrauche, das wird wohl hoffentlich niemand verneinen, außer ich neige dazu, mein Bier grundsätzlich in einer Temperatur von min. 100° Celsius zu genießen. Dass es direkte und indirekte Folgen gibt, das weiss doch mittlerweile jedes Kind.

Also, bitte, ein wenig mehr Ernst, oder weniger, je nachdem, was man darunter versteht, in die Diskussion mitnehmen. Wenn man sich anschaut, was zu diesem Thema geschrieben, debattiert, herumgedreht, beleuchtet, beschimpft und bewasweißichwast wird, dann kann einem einfach nur noch schlecht werden. Die Tatsachen liegen auf dem Tisch, ziemlich klar. Vernunft und Nachsicht muss man sich erarbeiten, die Bemühungen in diese Richtung bleiben allerdings von Bestand. So!

Was ist ein Aufzug?

Disclaimer: Ich überwinde meine Faulheit und setze ab jetzt Großbuchstaben, wo es mir nötig erscheint…

Es ist eigentlich erstaunlich, dass dieser Klassiker der Alltagsunterhaltung so lange gebraucht hat, um auf meinem gedanklichen Schlachttisch zu landen. Einen Aufzug benützt man als in einer Stadt lebender Mensch vermutlich täglich. Wenn man ihn nicht benutzt, dann kommt man beinahe unter Garantie an einem vorbei. Für die 10 bis 15 Leute, die nicht wissen, was ein Aufzug ist, gibt es hier und jetzt eine kurze Einleitung.

Ein Aufzug oder Lift, wie es unter anderem in manchen Gegenden Deutschlands und in England heißt, aus dem Englischen kommt der Begriff nämlich, denn liften heißt nicht nur Pobacken und Wangen straffen, sondern auch heben, und das ist natürlich genauso unpräzise, wie Aufzug, weil schließlich handelt es sich bei diesem Wunderwerk nicht um ein Gerät, das lediglich nach oben, sondern durchaus auch nach unten fahren kann. Der Amerikaner nennt es übrigens elevator, was eben auch nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch ist. Ich wäre für schlurf, habe aber ob meiner späten Geburt kaum noch Mitspracherecht.


Aufzüge sind meistens klar beschriftet. Musterbeispiele findet man beispielsweise am Wiener Westbahnhof

Aufzüge gibt es in verschiedensten Ausführungen und unterschiedlich lang. Es gibt die Pater-Noster-Variante, obwohl das eigentlich fast schon gelogen ist, denn im Alltag ist sie praktisch ausgestorben, weil zu gefährlich. Hat die Leut zu sehr gereizt, einfach weiterzufahren, sich vom Mühlwerk zerquetschen zu lassen, oder beim vorbeifahren der Stockwerke Hände, Arme oder Bierflaschen rauszustrecken. Merke: Auch bei Aufzügen ist weniger Verantwortung mehr!

Es gibt gläserne Geschöpfe, die sich an den Außenseiten von Hochhäusern hochquälen, dabei so wirken, als würden sie gar keine Anstrengung auf sich nehmen, und den Blick freigeben auf die Insassen, die mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit sehr unglücklich sind, dass sie nicht für kurze Zeit ohne Wahrnehmung sind, besonders, wenn der Boden des Käfigs auch aus Glas ist.

Und es gibt ganz normale Aufzüge, mit Schiebetüren, in Bürogebäuden, in Ubahnstationen, in Krankenhäusern. Früher kam es vor, dass ein Liftwart, der sogenannte liftboy, die Bedienung dieses komplexen Geräts übernahm, aber seit ein durchschnittliches Telefon mehr Knöpfe hat, als die Bedientafel eines Aufzugs, ist auch dieser Beruf in Vergessenheit geraten. Elegant war er schon, unterhaltsam, wenn auch nicht für die, die ihn ausgeübt haben, obwohl sie angeblich viel mithören konnten, über das sie natürlich nicht sprechen durften, ähnlich wie Ärzte und Patienten, man kennt das.

In Aufzügen der netteren Art wird Musik gespielt, Fahrstuhlmusik, und das gilt nicht zu Unrecht als ein Schmähwort für andere Musikarten. Aber wer sweet child o‘ mine am Soloklavier schätzt, der schätzt sicher auch Hotels.

In Aufzügen gilt es üblicherweise einige Verhaltensregeln zu befolgen, diese sind relativ universell und vom Ort der Installation beinahe unabhängig. Grundsätzlich gilt: Wer stärker drängelt, ist früher drin. Sobald sich die Pforten zum Glück öffnen, sollten die Aktentasche eingeklemmt, die Rucksackgurte strammgezogen, die Arschbacken zusammengezwickt sein, denn jetzt gehts los: Auch wenn Leute auf die absurde Idee kommen sollten, aussteigen zu wollen, dürfen Sie nicht nachgeben. Ihr Wille muss eisern sein, Ihr Ziel ist das Innere der Kabine, und nichts anderes. Lassen Sie alles links und rechts liegen, sobald genug Platz gefunden wurde, um zu stehen, drehen Sie sich Richtung Tür, bleiben stehen, und starren auf die Anzeige über der Tür. Auch beziehungsweise eigentlich vor allem dann, wenn es gar keine gibt. Es kommt nämlich der wichtigste Teil des Zustiegprozesses: Sie müssen ausblenden, was um Sie herum passiert. Konzentrieren Sie sich auf die Musik, und nicht auf die Mutter mit Kinderwagen, die schon den vierten Aufzug abwartet, weil sie zu schwach ist, um korrekt in den Lift einzusteigen. Ignorieren Sie den Rollstuhlfahrer, er hat sein Schicksal ganz sicher verdient, zeigen Sie keine Schwäche, wenn ein Pensionistenehepaar Ihnen verzweifelt hinterherblickt, denn auch wenn sich die zwei nicht mehr daran erinnern können: Sie sind sicher schon genug Aufzug gefahren in ihrem Leben.

Sollten Sie das Pech haben und Ihre in langen Jahren antrainierten Soft- und Hard-Skills nicht anwenden müssen, weil das Verkehrsaufkommen ein Drängeln schlicht nicht notwendig macht, so können Sie diese fahrten zum Training einiger wertvoller Spezialfähigkeiten nutzen. Diese wären beispielsweise:

Steigen Sie in den Aufzug ein, und gehen Sie gar nicht bis ans Ende der Kabine. Bleiben Sie gleich am Anfang stehen, halbmittig, drehen Sie sich um und, nun, sie wissen ja, was dann zu tun ist. Zusatzpunkte gibt es hier fürs Abstellen einer Tasche mittlerer Größe, natürlich zur Kabinenmitte gewendet. Was jetzt kommt, ist ein wichtiger Teil der Übung: Geben Sie jeder Person, die sich an ihnen vorbeidrängt, zu verstehen, wie unnötig und mühsam dieses Vorbeidrängen war, wieviel Anstrengung es Sie gekostet hat, um nicht aus dem Weg zu gehen und somit den Einstieg nicht zu erleichtern. Andere Leute sollen die Unnötigkeit ihrer Existenzen ruhig öfter zu spüren bekommen.

Eine weitere Pflichtübung: Telefonieren Sie ruhig im Aufzug. Auch wenn Sie wissen, dass sie keinen Empfang haben. Ihre Mitfahrerinnen und Mitfahrer werden es ihnen danken, dass Sie den noch immer nicht ausreichend gepflegten Dialogfetzen „Was, ich kann dich nicht hören. Was sagst? Was, ja, na, ich hab kan empfang. Was willst? Geh, wart, ich ruf dich, Was? Was ist?“ auch auf diesem Abschnitt ihres Lebensweges mithören dürfen.

Es ist in Aufzügen übrigens durchaus erwünscht, dass man Leute, die in günstigerer Lage zur Bedientafel stehen, nicht darum bittet, das Stockwerk zu wählen, in dem man gerne aussteigen würde. Verbaler Kontakt kann nur missverstanden werden, es gibt nichts klareres, als ein mittelsanftes Zur-seite-drängen-und-den-job-selbst-erledigen.

Es gäbe noch eine Vielzahl zu Berichten über Aufzüge, an dieser Stelle endet der Einstieg, es gilt jetzt nämlich Aufzug zu fahren und zu üben, viel Vergnügen.

man müsste einen scheuch erfinden

so sehr mir der herr scheuch und seinesgleichen im magen liegen, so schwer, dass ich dafür sogar meine pause unterbrechen muss, muss man doch folgendes festhalten: in jeder demokratie, in jedem staat, der etwas auf sich hält, in jeder gemeinschaft, die liberal, tolerant, humanistisch, sozial aufgebaut ist, müsste man eine person wie scheuch (oder wen auch immer aus dessen dunstkreis) erfinden, wenn es ihn nicht gäbe.

jedes system braucht parameter, vergleichswerte, um bestimmen zu können, wo man steht, wo man hingeht, und wo man sich in die scheisse setzt.

scheuch ist die antithese zum aufgeschlossenen menschen, der sein umfeld und seine mitmenschen zumindest zu verstehen, zu respektieren, zu akzeptieren versucht, auch wenn man sich damit oft schwer tut. hätten wir diese antithese nicht, wer weiß, vielleicht gäbe es noch viel mehr scheuchs.

oder verhält es sich in wahrheit umgekehrt? sind die thesen in der minderheit? ich geh wieder auf pause…

serviceleistungen an erwarteten stellen

wer dieser tage unter den temperaturen leidet, sei es aus leibesfülle, papierhaut, hormonstau oder sonstigen erscheinungen, und womöglich den gedanken hegt: „ma, leiwand wärs, wenns scho herbst wär…“, der sollte sich in den railjet setzen, dieses moderne öbb-zug-dings, und mal nach linz fahren, oder salzburg, oder irgendwohin halt, wo dieses ding, das tatsächlich schafft, wie ein flugzeug zu sein, nämlich eng, unpraktisch und unbequem, hinfährt, jedenfalls dürfte diese fahrt dem wunsch nach abkühlung beikommen.

die klimaanlage arbeitet nämlich derart fleißig, dass herren in sakkos sitzen, teilweise sogar in mänteln, und immer noch frösteln, und damen in röcken eine ganslhaut präsentieren, als wärs grad der letzte modische schrei aus paris.

auf die frage, ob man denn gegen die klimaanlage etwas tun könnte, reagiert der schaffner immerhin höflich mit einem „gebens ma a paar minutn!“, wahrscheinlich um zu überlegen, wo er die decken verstaut hat, die man normalerweise bei havarien verteilt.

womöglich steckt die öbb in zeiten des schwindenden gewinns (!) auch mit der pharmaindustrie unter einer decke, freilich nicht unter der, die man gern hätte. irgendwie müssen die leute ja zu ihrer sommergrippe kommen, die pharmaindustrie hat nicht umsonst medikamente produziert und die journalie angehalten, schön fleißig einen panikverbreitenden bericht nach dem anderen unters volk zu knallen, das alles kostet nicht wenig geld, aber die leute werden nicht krank. von wem die iniative für eine win-win-situation allerdings letzten endes stammt, darüber kann ich nicht spekulieren.

vielleicht mag die öbb aber einfach nur den on-board-verkauf von warmen getränken ankurbeln. ein becher nespresso um 2,60 € machts dem oder der zugreisenden allerdings wirklich nicht so leicht, ins börserl zu greifen, um den armen bundesbahnen a bissl unter die arme zu greifen.

man sollte sich zeit nehmen

zeit für blödsinn und unsinn,für bubendummheiten,aber nur für echte,zeit fürs echte und fürs falsche,aber dann noch mehr zeit,fürs erklären,fürs echt machen,wenn man das braucht.
nimmt man sichs nicht,die zeit,stehst vielleicht plötzlich im regen,und jemand hat keine zeit mehr.

wozu hat österreich einen staatssekretär für integration?

kurz gesagt, nein, in aller kürze, nein, auch nicht, auf den punkt gebracht, so: weil österreich einen braucht. oder eine entsprechende staatssekretärin, ganz einfach.

das wieso zu beantworten, ist eine lebensaufgabe, eine die einen in den wahnsinn oder zumindest irrsinn treiben kann und einen anderen menschen werden lässt, oder lassen könnte. man könnte sich verstricken in historischen gegensätzen, überlegungen, traditionen, in werten und so gleichen. man könnte hineinschauen in die leute, wie sie jetzt ticken, wie sie vor 20 jahren tickten, wie sie vor 80 jahren tickten, wie sie in wien ticken, oder in innsbruck, oder in bregenz, oder in klagenfurt, ja, auch letzteres zahlt sich aus, und vielleicht sogar am allermeisten.

man könnte minderheitwertigkeitskomplexe freilegen, xenophobie, misstrauen, mangelnde bildung und somit kenntnis der sachlage und lagen, vorurteile muss man nicht mal freilegen, die springen einen an, man könnte grenzen besuchen und sich über die enge der landschaften wundern, die sie einschließen. oder man könnte es auch auf einen punkt bringen, und das tue ich jetzt: das versagen der politik, der fehlende wille, irgendetwas zu tun, mit dem man wenigstens a bissl anecken könnte, dort hin gehen, wo es weh tut, um notwendiges zu erreichen und zu verändern. der fussballtaktiker würde sagen, den pass in die schnittstelle spielen, aber von fussball verstehen wir ja nichts, so gesehen bringt diese analogie nur mir etwas.

fantastischerweise hat das der neue vorsitzende der övp verstanden. könnte man im ersten moment meinen. im zweiten, dritten und wahrscheinlich sogar fünftausendsten wünsch man sich allerdings mittel und volksnähe, um ihm zu erklären, was für einen bock er da gerade geschossen hat. mal davon abgesehen, dass dieser staatssekretärsposten, so wie er konzipiert wurde, überhaupt gar keine chance hat, etwas anderes zu tun, als heiße luft abzusondern, denn er untersteht dem innenministerium, und dessen ausrichtung kennt man ja, und die soll sich auch nicht ändern. ein staatssekretär, der unabhängig arbeiten kann, zwischen den ministerien vermitteln kann und gemeinsame konzepte außerhalb der schublade entwickelt, das wäre mal was. denn integration ist kein problem der finanzen, oder des inneren, oder des äußeren, oder der bildung, es ist ein grenzen überschreitendes thema, steckt fast schon im namen.

aber nun gut, das ist ein fehler, den man zwar nicht korrigieren wird, aber zumindest könnte. aber die person, die dieses amt bekleidet, da kann nicht mal ich mehr ruhig bleiben. nun, freilich, damit tue ich mir sonst auch nicht sehr leicht.

sebastian kurz, övp-wien, 25 jahre alt. geilomobilfahrer, justachenierer, profiblender. und natürlich bricht eine debatte aus. weil wie soll so eine person der aufgabe gerecht werden, wie soll sich das ausgehen? die einen schreien: man muss den jungen eine chance geben! die anderen schreien: genau, wieso fragt man nicht bei den anderen, was die können, wieso nur bei dem jungen?

wieso man bei dem herrn nach seiner qualifikation fragt? nicht, weil er jung ist, sondern weil er keine qualifikation vorzuweisen hat, weil der größte erfolg seines bisherigen daseins der ist, dass (angeblich) er die övp-wien von der idee überzeugen konnte, dass es lustiger ist, nach dem tschechern mit der ubahn statt mit dem taxi heim zu fahren. ein populistischer schachzug, der während der wahl durch eine peinlichkeit nach der anderen komplett zerstört wurde und sicherlich eine rolle gespielt hat, dass die övp das ergebnis bekommen hat, das sie schon längst verdient. die zweitmeisten vorzugsstimmen hat er bekommen, bei der övp, nach der spitzenkandidatin (und ex-staatssekretärin, ja, ja…) marek. bei geschätzten 200 stimmen eine große leistung.

aber freilich ist das billiger populismus. es wurde gesagt, man wird an der arbeit gemessen, gut, gut. aber wieso holt man dann nicht eine expertin oder einen experten in dieses amt? jemand, der sich schon jahrelang mit dem thema integration auseinandergesetzt hat, und zwar mehr als nur mittels: „und, habt ihr probleme mit die ausländer?“ wieso kann man nicht so eine person an der arbeit messen, was erhofft man sich, was ist das für eine art von signal an die welt?

ich sags euch: ein riesiger blanker arsch ist diese entscheidung, und zwar gerichtet an alle, die das thema integration zu ihrem lebensinhalt gemacht haben, an alle, die arbeiten, um halbwegs das auslangen zu finden, und sogar an alle funktionäre der eigenen partei. integration ist uns eigentlich egal, wir brauchen die jungen, und ihr alle seid zu hässlich und zu alt. das ist das signal. zug fährt durch…