Nachricht an das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Jubel über die Neuregelung der Pendlerpauschale ist groß, ich fühle mich allerdings ein wenig auf den Arm genommen und möchte deswegen nachfragen, ob dies beabsichtig ist.

Es geht um folgendes: Bisher konnte ich für mein Pendeln zwischen Wohnort (1030 Wien) und Arbeitsort (4040 Linz) die große Pendlerpauschale von meiner Lohnsteuer absetzen, ein Betrag, der auf mein Einkommen eine durchaus signifikante Auswirkung hat.

Mit der Novelle (ich bin mir bewusst, dass sie bereits 2012 in Kraft trat) und der Verkürzung der Fahrzeit auf der Westbahnstrecke ist es mir nun nur noch möglich, auf die kleine Pendlerpauschale zurückzugreifen, was mein Nettoeinkommen somit spürbar verschlechtert.

Jetzt besitze ich beispielsweise kein Auto. Weil ich der Überzeugung bin, dass der mobilisierte Individualverkehr nicht der Weg in die Zukunft ist. Ich fahre gerne Bahn, fahre entweder Fahrrad oder sowohl in Linz als auch in Wien mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Trotzdem wird meine Wegzeit mit der Fahrzeit mit einem Auto verglichen, ich verstehe nicht, wieso die dreifache Dauer zur Autofahrt ein Maßstab ist. Soll ich mir ein Auto kaufen, um die Investitionen in Bahn und öffentlichen Verkehr ad absurdum zu führen?

Weiters habe ich das Glück, dass ich in Wien direkt an der U3 wohne, meine Fahrzeit also auch hier sehr kurz halten kann.

Ich verbringe trotz günstiger Umstände mindestens (!) 4,5 Stunden täglich in Verkehrsmitteln jedweder Art und lege dabei über 400km zurück. Da frage ich mich schon, ob ich eine große Pendlerpauschale nicht gerechtfertigt wäre, beziehungsweise ob erst die Strecke Eisenstadt – Bregenz als weit genug gilt.

Natürlich kann man argumentieren, dass ich mir auch in Wien eine Hackn suchen kann. Allerdings ist mein Arbeitgeber in Linz nun mal einzigartig in Österreich. Natürlich kann man argumentieren, dass ich nach Linz ziehen könnte, allerdings wären meine Lebenskosten für ein vergleichbares Lebensniveau um ein Vielfaches höher als in Wien, das Pendeln ist also eine gewisse Notwendigkeit für mich, die Pendlerpauschale soll doch genau diese finanziellen Zwänge ausgleichen, oder irre ich mich da?

Also, auf den Punkt gebracht: Habe ich etwas falsch verstanden oder werde ich auf den Arm genommen?

Über eine Antwort abseits einer Schreibschablone würde ich mich sehr freuen, die Änderung der Pendlerpauschale ist für mich in keinster Weise nachvollziehbar (und kommen Sie mir bitte nicht mit dem Pendlereuro.)

Mit freundlichen Grüßen
Michael Kaczorowski

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