wie man eine reise tut, noch ein paar dinge

im folgenden kommen ein paar dinge, die man in sein süsses köpfchen aufnehmen soll, bevor man verreist, egal, ob zum ersten oder zum hundersten mal:

1) es ist nicht selbstverständlich, dass man getrennt zahlt. eigentlich ist es sogar umgekehrt, und nur ganz selten der fall, dass man das so macht. wenn ihr nicht gemeinsam zahlen könnt, solltet ihr nicht gemeinsam verreisen.

2) ein großes bier bestellt man auf englisch als “large” und net als “big”, verdammt!

3) es ist nicht selbstverständlich, dass man deine sprache spricht, oder englisch. es sollte selbstverständlich sein, dass du vor abfahrt zumindest rudimentärste brocken der sprache lernst, die an dienem reiseziel gesprochen wird.

4) man möchte dich nicht überall und in jeder situation ausrauben oder bescheissen. natürlich sollst du nicht wie ein naives lamm in der gegend herumlaufen. aber auch im ausland sind die leute mit verhältnismässig geringer krimineller energie in der überzahl. so wie bei dir.

5) selbst wenn du ein wenig über dein reiseziel gelesen hast, bist du kein experte. hör zu, unterhalte dich, hör zu, sauge auf, hör zu, lese, und geh mit offenen augen durch die gegend. du wirst überrascht sein, was du findest.

6) rege dich nicht auf, dass vieles anders ist. das ist unter anderem der grund, wieso du überhaupt auf reisen gegangen bist.

7) “hier ist alles so sauber!” ist kein kriterium. es muss nicht alles so spiegeln und blitzen, so dass du überall deine fresse erblicken kannst.

8) ein großes bier bestellst auf englisch als “large”, und net als big, verdammt!

wenn du dich mit diesen punkten nicht abfinden kannst, bleib zu hause, und lass die leute in ruhe, die an den orten leben, die du mit deiner ignoranz strafst. und lass die leute in ruhe, die gerne reisen.

wie verhalte ich mich auf einem fahrrad?

eine kleine anleitung solls werden, was denn wichtig ist, wenn man sich aufs velo schwingt, auf die stadt reduziert, auf landstraßen trau ich mich nämlich nicht.

1) ich warte mein rad so gut wie nie, die bremsen dürfen gerade noch optischen zwecken dienen.

2) auf radwegen, die einspurig sind, fahre ich grundsätzlich gegen die fahrtrichtung.

3) ich bremse nicht, ich klingle.

4) rote ampeln gibt es zwar, sind aber nur etwas für schwachköpfe.

5) bleib ich doch mal stehen, reihe ich mich an vorderster front ein, vor allen anderen radfahrenden, die viel schneller sind als ich, aber jetzt hab ichs überholt, und kanns blockieren, ha!

6) fahre ich quer zur fahrtrichtung in einen radweg, schau ich grundsätzlich nur auf meinen lenker, die anderen werden schon ausweichen.

7) radfahren habe ich mit 5 jahren gelernt, bin 20 jahre lang nicht auf einem rad gesessen, aber das verlernt man nicht, und das zeige ich jedes mal beim wegfahren, jawohl!

8) mein fahrrad hat den breitesten lenker!

9) bei jedem stopp habe ich grundsätzlich den höchstmöglichen gang drauf, so, dass ich die gesamte breite des radweges brauche, um beim anfahren nicht umzufallen.

10) wenns dunkel wird, fahre ich trotzdem ohne licht. je weniger licht, desto schneller gewöhnen sich die anderen an die dunkelheit!

wenn ihr diese ratschläge befolgt, ist euch ein ungestörter, zivilisierter und sympathiegewinnender trip durch die stadt garantiert. für weitere tipps bin ich wie immer sehr dankbar!

und danke robert, dran gedacht, und dann natürlich vergessen:

11) wenn ich auf dem rad sitze, rufe ich die leute an, mit denen ich schon ganz lange keinen kontakt hatte und bringe mich in langen gesprächen auf den neuesten stand. headset ist mir aber zu teuer.

weiterer nachtrag:

12) ich fahre grundsätzlich mit kopfhörern, in denen laute musik spielt. ich sehe mich nicht als teil des straßenverkehrs, also will ich ihn auch nicht hören!