Wieso man die SPÖ in Wien zur Zeit nicht wählen sollte

Wien ist eine unglaublich lebenswerte Stadt. Sowohl für gutverdienende Manager und Managerinnen, als auch für Normalsterbliche. Verschiedene internationale Studien hieven Wien oft auf die oberste Stelle am Podest, und es stimmt: Wien ist eine verdammt lebenswerte Stadt. Aber sie ist es mittlerweile eher trotz der SPÖ, und nicht wegen. Wieso ich dieser Meinung bin, erkläre ich an einigen Beispielen.

Umgang mit dem Wahlvolk

Man tappt als Wahlberechtigter lange Zeit im Dunkeln, was den Wahltermin angeht, egal ob Landtagswahl oder Nationalratswahl. Politisches Kalkül, Geplänkel, Hin- und Hergeschiebe, es gibt verschiedene Gründe, um den Wahltermin kurz- oder langfristig bekannt zu geben, je nachdem, wie man gerade dasteht.

Aber: Kaum jemand behandelt dieses Thema mit einer Nonchalance wie Michael Häupl. Am 10.2.2015 fand die wöchentliche Bürgermeister-Pressekonferenz statt. Auf den Wahltermin angesprochen ließ Häupl Folgendes los: Der Wahltermin stehe bereits fest. Häupl: „Aber ich sage ihn noch nicht“.

Als Erklärung am Tag danach folgt (Der Standard, 11.2.2015):

„Es gibt so etwas wie Inszenierung in der Politik und ich schließe mich gelegentlich von diesem Unsinn nicht aus.“

Beide Aussagen lassen, in Kombination mit einigen Punkten, die ich weiter unten erwähne, darauf schließen, dass Häupl mittlerweile tatsächlich der Meinung ist, dass er Wien sei, dass Wien für ihn da sei, und nicht umgekehrt. Und das ist leider gefährlich.

Wiener Marketingausgaben

Seit längerer Zeit stehen die Ausgaben der Stadt Wien am Prüfstand. Die Schulden sind hoch, der Abbau der Schulden wird durch den Umstand, dass auch die Stadt Wien Kredite in Schweizer Franken laufen hat, nicht leichter.

Ein verhältnismäßig kleiner, aber rein wirkungstechnisch umso schmerzvollerer Tropfen auf den heißen Stein sind die Ausgaben der Stadt für Marketing und Inserate, die sich im Jahr 2014 auf über 40 Millionen Euro beliefen (laut KommAustria). Dabei handelt es sich um direkte Ausgaben im Sinne der 2012 in Kraft getreten Medientransparenzregelungen, wer Wien kennt, weiß, dass man diese Summe wahrscheinlich locker noch um ein Vielfaches höher ansetzen kann.

Die Bundesregierung versucht seit 2012, die entsprechenden Ausgaben zu senken, gibt weiterhin verdammt viel aus, aber zumindest ein bisschen etwas bewegt sich. Bundeskanzler Faymann bittet Häupl um eine Reduzierung der Ausgaben. Die Antwort?

„Er macht, was er will, wir machen, was wir wollen“, kommentierte Häupl das Ansinnen Faymanns am Dienstag im Gespräch mit der APA eher knapp. Wobei der Wiener Stadtchef hinzufügte, dass er in Sachen Inseratengestaltung auf die Ratschläge des Kanzlers prinzipiell vertraue: „Weil davon versteht er was.“

Auch das lässt leider nicht darauf schließen, dass Häupl weiß, wessen Geld er da eigentlich verwaltet und was seine Aufgabe ist. Oder es ist ihm schlicht egal.

Der Umgang mit dem Koalitionspartner

Die Grünen haben es (endlich) in die Regierung geschafft, nachdem sie sich lange Zeit größtenteils selbst im Weg herumgestanden sind, und das aus vielerlei Gründen auch heute noch tun.

Der Umgang, der seitens der SPÖ und wieder im Speziellen von Häupl gepflegt wurde, war in den letzten 5 Jahren, na, sagen wir suboptimal. Jedes haarige Projekt (man denke zum Beispiel an die Umgestaltung der Mariahilferstraße) wurde in der Öffentlichkeit dem „Junior Partner“ überlassen, der sich in weiterer Folge regelmäßig aufreiben ließ, die SPÖ taktierte und hielt sich häufig zurück, erst beim Jubeln war man dann wieder im Boot.

Jetzt kann man sagen: Das ist Politik. Und hat damit natürlich Recht.

Das Wiener Wahlrecht

Was allerdings definitiv über den Rahmen von Politik hinausgeht, sind die Verhandlungen über die Änderung des Wiener Wahlrechts (von dem in der aktuellen Form die SPÖ am meisten profitiert). 5 Jahre lange wurde verhandelt, schließlich wurden die Verhandlungen abgebrochen.

Die SPÖ sagt, die Grünen hätten unprofessionell und vorschnell gehandelt.

Die Grünen sagen, die SPÖ hätte nicht auf die eigene Stellung verzichten können.

Und irgendwie hat man einen Verdacht, was wahrscheinlich eher stimmt. Die Grünen wollten im Anschluss ein Bündnis mit ÖVP und FPÖ schließen, um gemeinsam das Wahlrecht zu reformieren.

Und die SPÖ? Hat sich einen grünen Abgeordneten geschnappt. Senol Akkiliç wechselt zur SPÖ, wäre bei den Grünen wahrscheinlich bei der nächsten Wahl nicht mehr auf einem Listenplatz gewesen, auf dem er ein Mandat erhalten hätte.

Die SPÖ hat ihm genau das angeboten. Und plötzlich geht in Sachen Wahlrechtsreform nichts mehr, die SPÖ hat genug Mandate, um sich querzulegen. Supa.

Auch das kann man Politik nennen. Oder Bestechung bzw. Bestechlichkeit. Ein Vorwurf, mit dem sich Senol Akkiliç demnächst wahrscheinlich auseinandersetzen wird müssen, auch wenn natürlich nichts passieren wird.

Wiener SPÖ und die Demokratie

Diese Zitate und diese Vorgehensweise zeigt, wie tief gestört das Verhältnis der SPÖ und Michael Häupl zur Demokratie mittlerweile ist. Man hat sich über Jahrzehnte, denn Wien war natürlich immer eine rote Stadt, eine Verhaberung und einen Filz erarbeitet, aus dem heraus man womöglich tatsächlich nicht mehr hinaussieht, nicht mehr sieht, was man man macht, nicht mehr versteht, welche Verantwortungen man trägt, und wer eigentlich das Sagen und wer das Zuhören hat. In der Eigendefinition der Wiener SPÖ hat das Wahlvolk jedenfalls die Stimmen zu bringen, und dann bitte zu schweigen.

Wiener Wahlkampf 2015


Das ist nicht mein Mercedes, das ist Zufall.

Man kann sich jedenfalls schon jetzt auf einen gepfefferten Wahlkampf freuen. Die SPÖ legt schon mit dem Sujet „Der Schlüssel zu neuen Arbeitsplätzen: Wir bauen wieder Gemeindebauten!“ vor und es ist eigentlich irre.

Wer hat denn die Regierung daran gehindert, Gemeindebauten zu bauen?

Und: War es nicht unter dem aktuellen Bundeskanzler, dass der Bau von Gemeindebauten eingestellt wurde? 2004 wurde der letzte diesbezügliche Bau seiner Nutzung übergeben, dafür wurden 2002 Gemeindeimmobilien an Private verkauft. Wieso?

Ein anderes Beispiel für die Unverschämtheit, mit der die Wiener SPÖ kommuniziert, ist die Kaiserwiese im Prater. Als solche war sie die letzten Monate eigentlich nicht erkennbar, wurde ständig für private Veranstaltungen vermietet, wenn sie dazwischen mal öffentlich zugänglich war, ähnelte sie einer Wiese in etwas so sehr wie Mordor einem Traumurlaubsziel. Seit einigen Tagen hängt jetzt am Zaun, der die Kaiserwiese umgibt, folgende Nachricht:


Genau so stellt man sich eine Wiese vor

Was soll das? Man hält die Leute offenbar wirklich für wirklich, wirklich, wirklich deppert.

Außerdem: Wieso verkommen Grünflächen immer häufiger zu Orten des kommerzialisierten Konsums? Vor allem Karlheinz Hora, Bezirksvorsteher von 1020 Wien, bringt es in dieser Disziplin zur Meisterschaft, nicht nur die Kaiserwiese, sondern wahrscheinlich auch große Teile des Donaukanals gehen auf seine Kappe in Sachen Privatisierung. Aber das tut sicher alles dem Bürger gut, und nicht ihm oder seinen Freunden…

Fazit

Die Wiener SPÖ unter Michael Häupl hat sich zu einem engstirnigen, machthungrigen, demokratiefeindlichen Monster entwickelt und droht, die ganze Stadt und ihre fantastischen Seiten zu verschlucken. Es bedarf dringend einer Kursänderung, denn Wien ist großartig, weil das Fundament der Stadt großartig ist. Die aktuelle SPÖ zeigt allerdings keinerlei Anzeichen dafür, dass sie versteht, dass sie durchs Festhalten an alter Glorie zerstört und nicht entwickelt. Rankings sind nicht alles und vor allem nichts für die Zukunft.

Vorschläge fürs Radeln

Ich bin täglich in Wien unterwegs. Zu Fuß, öffentlich, aber meistens mit dem Fahrrad. Ich bin auch täglich auf diversen Plattformen im Internet unterwegs, und oft stolpere ich über Artikel, die die Rolle des Fahrrads und der FahrradfahrerInnen in der Stadt diskutieren. Oft ist von Rowdies die Rede, von Rüpeln, die andere gefährden, und das stimmt natürlich nicht. Aber durch tägliche Beobachtung kann ich mir vorstellen, woher diese Meinungen kommen und möchte deswegen ein paar simple Vorschläge liefern, um das Miteinander zu erleichtern, damit man selbst am Rad (wieder) mehr Spaß hat.

  1. Die Stadt ist keine Rennstrecke. Wenn du schnell fahren möchtest, mach das auf Strecken, die es zulassen.
  2. Drängle nicht, überhole nicht an engen Stellen. Für dich ists vielleicht kein Problem, aber für die Person, die überholt wird, kanns ein großes Problem sein.
  3. Fahre nicht bei Rot über die Ampel. Überfahre nicht einfach so Stopptafeln.
  4. Fahre mit Licht, wenns dunkel ist.
  5. Fahre nicht am Gehsteig. Und wenn es sein muss, dann fahre wirklich, wirklich langsam.
  6. Schimpfe nicht, außer auf Sautrotteln. Und klingle nicht, außer du machst auf eine Gefahr aufmerksam. Wenn du Leute aus dem Weg klingelst, bist du ein Sautrottel. Ergänzung: Sautrotteln sind jene, die statt ihre Geschwindigkeit anzupassen lieber die Klingel in Dauerschwingung versetzen.
  7. Wenn du ständig von den selben Leuten überholt wirst, quetsch dich an der Ampel nicht wieder ganz nach vor. Das macht für alle Beteiligten nur Stress.
  8. Fahr hintereinander, nicht nebeneinander, außer es gibt wirklich, wirklich viel Platz.
  9. Fahre rechts. Außer du bist in England oder Neuseeland, dann fahre links. Ansonsten bleib rechts, immer. Lasse dabei natürlich so viel Platz, wie du brauchst, Autotüren sind nicht deine Freunde.
  10. Wenn du dir mit FußgängerInnen den Platz teilst, fahre langsam, auch wenn du im Recht bist.
  11. Wenn du abbiegst, gib ein Handzeichen. Linke Hand raus, wennst links fahrst, rechte Hand raus, wennst rechts fahrst.
  12. Schneide keine Kurven (vor allem nicht, wenn du links abbiegst), und schaue vorm Abbiegen auch nach hinten über die Schulter!

Radfahren ist Fortbewegung und Radfahren ist Spaß. Und mit ein wenig Rücksicht aufeinander wirds für alle besser.

Ergänzung: Diese Vorschläge beziehen sich auf das Verhalten auf Radwegen, wenns nicht explizit erwähnt ist, gehts um die Interaktion mit anderen Radelnden.

Die nächste Volksbefragung

Bald werden wir das „Alle Jahre wieder…“ auch auf Volksbefragungen bezogen singen können. Und vielleicht werden wir uns irgendwann auf eine Volksbefragung auch wirklich freuen können. Vielleicht werden wir irgendwann bei einer Volksbefragung wirklich befragt, vielleicht wird die Politik wirklich wissen wollen, was wir von einem Thema halten, was wir zu einem Thema zu sagen haben.

Bis dahin werden wir halt brav die Suggestivfragen beantworten. Oder über etwas abstimmen, ohne zu wissen, wohin beide Optionen führen. Und die Politik wirds direkte Demokratie nennen. Und der Volksmund Verarsche.

Aber irgendwann…

Olympische Spiele in Wien

Demnächst wird das Wiener Volk wieder befragt, zu verschiedenen Themen von unterschiedlicher Wichtigkeit. Die Fragen werden sicher wieder neutral gestellt, eine Bevorzung einer der Antwortmöglichkeiten würde ja den strengen Richtlinien der Demokratie widersprechen.

Eine dieser Fragen wird sich dem Thema Olympische Spiele in Wien annehmen, und ob sich die Stadt, die ja angeblich die lebenswerteste unter den Weltstädten ist, für das Jahr 2024 oder 2028 um die Austragung dieser Olympischen Spiele bewerben soll. Und die erste Frage des Wieners ist in diesem Zusammenhang natürlich: „Zu wos?“

Rein historisch betrachtet wäre eine Bewerbung Wiens aus so mancher Perspektive womöglich als verwegen anzusehen. Wieso sollte sich das Kommitee für eine Stadt entscheiden, die es nicht schafft, das mehr oder minder einzige vernünftige Hallenbad der Stadt zu renovieren, oder das selbe Gebäude ein paar Jahre früher in so einen Zustand zu versetzen, dass eine Eishockey-WM (bei der auf Grund des damaligen Lock-Outs der NHL so gut wie alle Stars zugegen waren) stattfinden kann, ohne dass die Spiele statt auf Eis auf Wasser ausgetragen werden müssen.

Noch dazu eine Stadt, die in einem Land liegt, das es geschafft hat, für eine Fussballeuropameisterschaft ein Stadion zu bauen, das nach nicht einmal 5 Jahren schon wieder eine Ruine ist.

Dem Komitee müsste man im Licht dieser Tatsachen durchaus gute Argumente liefern, keine Frage.

Das ist allerdings trotzdem kein Grund, eines der größten Sportereignisse, und traditionell eines der größten gesellschaftlichen Ereignisse, die der Mensch auf diesem Planeten zu bieten hat, gleich einmal mit einem „Brauch ma net, woll ma net, und was das alles kostet?“ zu belegen.

Denn was die Olympischen Spiele für Wien bedeuten könnten, das kann wohl kaum jemand abschätzen. Hunderttausende internationale Gäste, Stimmung, Austausch, Verbindungen, auf menschlicher, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, politischer Ebene, ein Schub für Infrastruktur und Kommunikation, Werbung für Wien und die Wiener und auch für Österreich, für ein Monat das Zentrum der Welt und die Möglichkeit, sich von der besten Seite zu präsentieren.

Aber die sollen nicht spielen, sondern arbeiten.

Vielleicht hat Wien und haben die Wiener keine beste Seite.

Was ist ein Aufzug?

Disclaimer: Ich überwinde meine Faulheit und setze ab jetzt Großbuchstaben, wo es mir nötig erscheint…

Es ist eigentlich erstaunlich, dass dieser Klassiker der Alltagsunterhaltung so lange gebraucht hat, um auf meinem gedanklichen Schlachttisch zu landen. Einen Aufzug benützt man als in einer Stadt lebender Mensch vermutlich täglich. Wenn man ihn nicht benutzt, dann kommt man beinahe unter Garantie an einem vorbei. Für die 10 bis 15 Leute, die nicht wissen, was ein Aufzug ist, gibt es hier und jetzt eine kurze Einleitung.

Ein Aufzug oder Lift, wie es unter anderem in manchen Gegenden Deutschlands und in England heißt, aus dem Englischen kommt der Begriff nämlich, denn liften heißt nicht nur Pobacken und Wangen straffen, sondern auch heben, und das ist natürlich genauso unpräzise, wie Aufzug, weil schließlich handelt es sich bei diesem Wunderwerk nicht um ein Gerät, das lediglich nach oben, sondern durchaus auch nach unten fahren kann. Der Amerikaner nennt es übrigens elevator, was eben auch nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch ist. Ich wäre für schlurf, habe aber ob meiner späten Geburt kaum noch Mitspracherecht.


Aufzüge sind meistens klar beschriftet. Musterbeispiele findet man beispielsweise am Wiener Westbahnhof

Aufzüge gibt es in verschiedensten Ausführungen und unterschiedlich lang. Es gibt die Pater-Noster-Variante, obwohl das eigentlich fast schon gelogen ist, denn im Alltag ist sie praktisch ausgestorben, weil zu gefährlich. Hat die Leut zu sehr gereizt, einfach weiterzufahren, sich vom Mühlwerk zerquetschen zu lassen, oder beim vorbeifahren der Stockwerke Hände, Arme oder Bierflaschen rauszustrecken. Merke: Auch bei Aufzügen ist weniger Verantwortung mehr!

Es gibt gläserne Geschöpfe, die sich an den Außenseiten von Hochhäusern hochquälen, dabei so wirken, als würden sie gar keine Anstrengung auf sich nehmen, und den Blick freigeben auf die Insassen, die mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit sehr unglücklich sind, dass sie nicht für kurze Zeit ohne Wahrnehmung sind, besonders, wenn der Boden des Käfigs auch aus Glas ist.

Und es gibt ganz normale Aufzüge, mit Schiebetüren, in Bürogebäuden, in Ubahnstationen, in Krankenhäusern. Früher kam es vor, dass ein Liftwart, der sogenannte liftboy, die Bedienung dieses komplexen Geräts übernahm, aber seit ein durchschnittliches Telefon mehr Knöpfe hat, als die Bedientafel eines Aufzugs, ist auch dieser Beruf in Vergessenheit geraten. Elegant war er schon, unterhaltsam, wenn auch nicht für die, die ihn ausgeübt haben, obwohl sie angeblich viel mithören konnten, über das sie natürlich nicht sprechen durften, ähnlich wie Ärzte und Patienten, man kennt das.

In Aufzügen der netteren Art wird Musik gespielt, Fahrstuhlmusik, und das gilt nicht zu Unrecht als ein Schmähwort für andere Musikarten. Aber wer sweet child o‘ mine am Soloklavier schätzt, der schätzt sicher auch Hotels.

In Aufzügen gilt es üblicherweise einige Verhaltensregeln zu befolgen, diese sind relativ universell und vom Ort der Installation beinahe unabhängig. Grundsätzlich gilt: Wer stärker drängelt, ist früher drin. Sobald sich die Pforten zum Glück öffnen, sollten die Aktentasche eingeklemmt, die Rucksackgurte strammgezogen, die Arschbacken zusammengezwickt sein, denn jetzt gehts los: Auch wenn Leute auf die absurde Idee kommen sollten, aussteigen zu wollen, dürfen Sie nicht nachgeben. Ihr Wille muss eisern sein, Ihr Ziel ist das Innere der Kabine, und nichts anderes. Lassen Sie alles links und rechts liegen, sobald genug Platz gefunden wurde, um zu stehen, drehen Sie sich Richtung Tür, bleiben stehen, und starren auf die Anzeige über der Tür. Auch beziehungsweise eigentlich vor allem dann, wenn es gar keine gibt. Es kommt nämlich der wichtigste Teil des Zustiegprozesses: Sie müssen ausblenden, was um Sie herum passiert. Konzentrieren Sie sich auf die Musik, und nicht auf die Mutter mit Kinderwagen, die schon den vierten Aufzug abwartet, weil sie zu schwach ist, um korrekt in den Lift einzusteigen. Ignorieren Sie den Rollstuhlfahrer, er hat sein Schicksal ganz sicher verdient, zeigen Sie keine Schwäche, wenn ein Pensionistenehepaar Ihnen verzweifelt hinterherblickt, denn auch wenn sich die zwei nicht mehr daran erinnern können: Sie sind sicher schon genug Aufzug gefahren in ihrem Leben.

Sollten Sie das Pech haben und Ihre in langen Jahren antrainierten Soft- und Hard-Skills nicht anwenden müssen, weil das Verkehrsaufkommen ein Drängeln schlicht nicht notwendig macht, so können Sie diese fahrten zum Training einiger wertvoller Spezialfähigkeiten nutzen. Diese wären beispielsweise:

Steigen Sie in den Aufzug ein, und gehen Sie gar nicht bis ans Ende der Kabine. Bleiben Sie gleich am Anfang stehen, halbmittig, drehen Sie sich um und, nun, sie wissen ja, was dann zu tun ist. Zusatzpunkte gibt es hier fürs Abstellen einer Tasche mittlerer Größe, natürlich zur Kabinenmitte gewendet. Was jetzt kommt, ist ein wichtiger Teil der Übung: Geben Sie jeder Person, die sich an ihnen vorbeidrängt, zu verstehen, wie unnötig und mühsam dieses Vorbeidrängen war, wieviel Anstrengung es Sie gekostet hat, um nicht aus dem Weg zu gehen und somit den Einstieg nicht zu erleichtern. Andere Leute sollen die Unnötigkeit ihrer Existenzen ruhig öfter zu spüren bekommen.

Eine weitere Pflichtübung: Telefonieren Sie ruhig im Aufzug. Auch wenn Sie wissen, dass sie keinen Empfang haben. Ihre Mitfahrerinnen und Mitfahrer werden es ihnen danken, dass Sie den noch immer nicht ausreichend gepflegten Dialogfetzen „Was, ich kann dich nicht hören. Was sagst? Was, ja, na, ich hab kan empfang. Was willst? Geh, wart, ich ruf dich, Was? Was ist?“ auch auf diesem Abschnitt ihres Lebensweges mithören dürfen.

Es ist in Aufzügen übrigens durchaus erwünscht, dass man Leute, die in günstigerer Lage zur Bedientafel stehen, nicht darum bittet, das Stockwerk zu wählen, in dem man gerne aussteigen würde. Verbaler Kontakt kann nur missverstanden werden, es gibt nichts klareres, als ein mittelsanftes Zur-seite-drängen-und-den-job-selbst-erledigen.

Es gäbe noch eine Vielzahl zu Berichten über Aufzüge, an dieser Stelle endet der Einstieg, es gilt jetzt nämlich Aufzug zu fahren und zu üben, viel Vergnügen.

vom hupen und vom granteln

paranoia ist eine triebfeder meines schaffens und denkens, das hat mir schon mein vater beigebracht, und was einem beigebracht wird, soll man nur dann hinterfragen, wenns einem nicht nutzt, nicht wahr? aus dieser paranoia hinaus verdächtige ich als braver gutmensch alles und jeden, bin allerdings dabei so clever, dass die leute nicht merken, dass ich ihnen permanent misstraue, ihnen gar nicht zuhöre, sondern mir im eigenen kopf ausmale, was sie in wahrheit sagen wollen, und sich nicht trauen, weil sie ANGST haben vor mir, angst, angst, angst.

was das mit hupen zu tun hat?

nun, aus dieser paranoia heraus bin ich freilich fest davon überzeugt, dass seit meiner androhung, knackwatschn und ähnliches an hupenden leute zu verteilen, die hupenden scharenweise um mich herum fahren und mich verfolgen, jede noch so lächerliche situation nutzend, um mir auf den geist zu gehen, jawohl, das glaube ich. und natürlich tun sie das nur, um meine feigheit an den tag zu legen, die feigheit, die mich daran hindert, meinen eigenen strafenkatalog zu exekutieren. vor mir selbst rechtfertige ich das natürlich damit, dass ich am rad einfach nicht schnell genug hinterherkomme, wenn mir ein hupendes auto davonfährt, aber das ist selbstverständlich nur eine ausrede.

jedenfalls geht mir dieses gehupe mittlerweile schön langsam auf den sack, allerdings sind die blicke, die die menschen haben, wenn sie an ihr machtinstrument, an ihr einziges, greifen, unglaublich inspirierend. riesige frustpotenziale entladen sich in sekunden, die resi hat schon wieder nicht lieb gschaut, der harald hat schon wieder an besseren job kriegt, obwohl er viel depperter ist, als ich, der depperte oaschkreula, der gschissene rasen ghört a no gmäht, wieso hab ich mir das haus überhaupt antan, und wieso zum teufel fahren hier alle mim auto herum und stehen mir im weg? die gesichter, die meistens nicht sonderlich lieblich sind, verwandeln sich zu fratzen, das innerste wird nach außen gekehrt, und für einen kurzen moment herrscht blanke wut. denn ja, im gegensatz zu kulturen, in denen das hupen als freundliche aufforderung und somit automatisiert abgesondert wird, wenn beispielsweise die ampel auf grün umspringt, im gegensatz zu jenen kulturen ist das hupen bei uns ausdruck von hass, tyrannei, unterdrückung, ein kleiner protest gegen die welt und gegen uns selbst. man müsste fast mal wissenschaftlich analysieren, wieso das bei uns so ist. aber ich bin kein wissenschaftler, also tu ichs nicht.

was sonst noch zu sagen bleibt? ich merke, ich entwickle mich in diesem blog zum menschenfeind. und das ist gut so, das erleichtert mir im echten leben die perspektive. denn eigentlich ist alles nicht so schlimm. ich montier jetzt trotzdem eine hupe. und fahre nur noch mit hupen-kill-app am handy durch die gegend. ätsch!

wie ist das mit frau karl?

nach der lektüre eines weiteren artikels, der sich damit befasst, wie unsere uniwelt immer besser und besser wird, konkret wieso man außeruniversitäre einrichtungen nicht mehr so finanzieren möchte, wie bisher, muss ich mich jetzt doch mehr oder minder öffentlich am kopf kratzen und bitte um rat.

frau karl sagt der apa gegenüber folgende dinge:

Forschung solle nicht mehr „mit der Gießkanne finanziert“ werden, man müsse sich auf die Stärkefelder konzentrieren.

nun gut, ok. könnte zwar sein, dass aus den schwächefeldern mal was, aber nein, wird sicher nicht passieren.

Sie wolle eine Strukturreform – also die Abkehr von der nicht mehr zeitgemäßen Basisförderung und die Zusammenfassung zu „schlagkräftigeren Einrichtungen“ mit dem Ziel, „Exzellenz stärker sichtbar zu machen“.

na gut, schlagkräftiger soll es zugehen, und die exzellenz (ihre hochheit?) soll stärker sichtbar gemacht werden, ein problem der verpackung also, könnte man meinen. es geht net um die inhalte, es geht scheinbar ums präsentieren, nun gut, fad, aber nicht ganz überraschend.

Die Institute, „die wirklich gut sind, wird es auch weiterhin geben“.

und die sonne wird auch weiterhin scheinen. bis sie nicht mehr scheint.

jetzt kommt allerdings der teil, der mich stutzig macht:

Derzeit führe man Gespräche mit den Betroffenen sowie Universitäten und der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) – mit dem Ziel, die außeruniversitären Institute in die Unis bzw. die Akademie einzugliedern. Dafür werde es finanzielle Anreize (aus den zusätzlichen 80 Millionen Euro für die Unis) geben,

ich verstehe das folgendermaßen: die unis bekommen mehr geld, um die qualität der lehre zu steigern. die unis nehmen jetzt dieses geld, und versuchen damit institute herzulocken, die institute sollen sich eingliedern, aber das sind die institute, die zu schlecht sind, um weiterhin ohne förderung zu überleben. ich finde das geradezu sensationell.

wie darf ich das alles hier verstehen?

ein kurzer einwurf zu beginn: das ist mein blog. ich schreibe hier, worüber ich will, wie ich will, und ich will oft auch deftig. das sollte jeder person, die hier vorbeistolpert, klar sein. weiter im text…

jetzt wurde dieses wahltamtam also fast schon wieder beendet. noch haben wir kein endgültiges ergebnis, weil die briefe und die post und so weiter, das dauert halt a bissl, viel wird wahrscheinlich nicht passieren, vielleicht da ein mandat weniger, da eins mehr, im großen und ganzen wirds aber nichts ändern. die spö wird ihre absolute nicht halten können, die övp wird in wien auf eine kleinpartei mit großparteiambitionen gestutzt, die grünen bleiben bei den blumen, und die fpö, tja.

wie wird wien in zukunft regiert werden? viele der f-wähler könnten meinen: goa ned, eh so wie bisher. die spö-ler werden sagen: in jedem fall schlechter! die anderen parteien sind putzig genug, um als koalitionspartnerinnen nicht zu stören, aber groß genug, um in frage zu kommen, werden sich also anbiedern. kurz um: man weiss auch nicht wirklich, was da geschehen wird in wien. eins ist ziemlich fix: häupl wird keine koalition mit strache (oder wem auch immer in der f) eingehen, das ist schon mal ein ganz gutes ding, denn dass diese partei auch von regierungsbeteiligung nicht gestutzt wird, das wurde ja schon vom weltgrößten mascherl bewiesen. wobei ich die aktuelle fpö eigentlich nicht mit der damaligen vergleichen möchte, irgendwie nicht mal das.

kurzum, wir sind jetzt eigentlich genauso schlau, wie vorher, nur die spö hat beispielsweise das problem, dass sie jetzt schön langsam die augen aufkriegen muss, denn auch dem wiener an sich wirds auffallen, wenn nach 2 oder 3 jahren immer noch keine neue regierung zu stande gekommen ist, nach dem motto: oh, pardon, hamma was übersehen?

die fpö muss sich auch klar werden, was sie möchte. strache als vize? mhm, eher nicht. springt strache nach diesem erfolg ab, wirds ihm das publikum beim nächsten mal womöglich pfeiffen, dann kommt der dobermmannboomerang womöglich recht schnell zurück. will man in die regierung (wie wärs mit koalition und integrationsstadtrat?), will man in der opposition weiterschreien? vielleicht findet ja sogar jemand so etwas ähnliches wie ein arbeitskonzept für die stadt, in irgendeiner schublade…

jedenfalls noch einmal, diesmal ruhiger: ich finde es nicht gut, dass die fpö von 27% der leute, die zur wahl gangen sind, gewählt wurden. ich finde das nicht nur nicht gut, sondern ich finds zum kotzen. aber rausgekotzt hab ichs gestern schon, jetzt ziel ma weiter oben hin (danke herr häupl für dieses weitere bonmot der wahlkampfrethorik!): dass es probleme in dieser stadt gibt, keine frage. teilweise viele kleine, einige mächtig große. aber entgegen dessen, was die spö vermittelt hat, und auch entgegen dessen, was die fpö herumkeifft, wird an diesen problemen gearbeitet, zum teil erfolglos, zum teil ist man vom erfolg so weit entfernt, wie ich von einem politikwissenschafter.

dass du am gürtel von türken angstiegen wirst, das ist ein problem. aber das ist vor allem dein problem, es auf die fehlgelaufen integration zu schieben, ich weiss nicht. denn ich bin am gürtel noch nie von türken angstiegen worden, beispielsweise.

dass in einem gemeindebau viele türken oder serben oder wer auch immer zu finden ist, nun, das liegt vielleicht auch daran, dass der staat, in dem wir leben, diesen zugewanderten, und vor allem auch den hier geborenen leuten irgendwie nicht so wahnsinnig viel angebote hinlegt, mittels derer sie fett kohle verdienen können. so wie im übrigen den „echten“ österreichern auch nicht, der gemeindebau ist für arme leute, und das sind leute, die aus der türkei kommen, oder aus polen, aber ebenso auch leute, die seit mehreren generationen hier leben. dass man nicht immer überall platz kriegt, ist natürlich bitter, dass irgendjemand bevorzugt wird, natürlich vollkommener schwachsinn und verzerrte wahrnehmung. weil das kopftuch sich halt mehr einbrennt, als die dunkelblonde schmalzlocke.

es ist einfach eine diskussion, deren einzige grundlage die herkunft von menschen ist, schlicht nicht korrekt zu führen, weil schon die grundvorausetzungen für vernünftige gespräche nicht gegeben ist. und die fpö beispielsweise ist nicht an solchen gesprächen interessiert, weil sie diese gespräche wahrscheinlich nicht mal führen kann.

natürlich: wenn dir persönlich etwas auf den zeiger geht, und dann auch noch ein ausländer daran beteiligt ist, und dann jemand daherkommt: jawohl, das problem kennen wir, wir hören zu!, dann sympathisierst du im ersten augenblick damit. und es ist sicherlich eine versäumnis der wiener stadtpolitik, dass an dieser stelle so eine große frustration entstehen konnte. genauso, wie es österreichweit ein versagen der selben partei ist, dass dieses thema ein so verdammt emotionales und großes ist (stichwort gastarbeiter und der umgang mit ihnen…).

und natürlich verstehe ich, wenn leute an sich von der politik angeekelt sind, hoffnungslos, dass sich irgend etwas tun wird, sich ins positive drehen wird, dass irgendjemand daherkommt, der etwas sagt, und nicht etwas völlig anderes tut, das alles kann ich nachvollziehen. den schritt, die fpö zu wählen, allerdings nicht.

für protest gibt es andere optionen: zu hause bleiben (ja, ohne wahlpflicht ist auch das ein legitimes, demokratisches mittel), weiss wählen, wenn schon nicht grün wählen, dann bleiben einem noch immer kleinparteien, die durchaus konkrete ideen und vorstellungen haben, und die nicht so ekelhaft agieren. wieso man sich gerade eine der größten schanden europas aussuchen muss, um jemandem einen denkzettel zu verpassen, das weiss ich einfach echt nicht.

darf ich das wahlergebnis mögen?

nein, darfst du nicht. gerade aus. darfst du nicht. punkt.

die spö hat fehler gemacht. viele, und über einen relativ langen zeitraum.

die öpv hat keinen wahlkampf geliefert, sondern eine veroaschung.

die grünen haben einen großartigen wahlkampf geliefert, der allerdings auf einem wahnsinnig schwachen fundament gebaut wurde.

die anderen parteien ignoriere ich.

ich habe jetzt in den letzten stunden mit leuten aus verschiedensten sozialen, politischen, was-weiss-ich-für-zugängen gesprochen, und ein stehsatz war folgendes:

weisst, ich war früher (setze ein, was auch immer du für richtig hältst…) wähler, aber ich hab heut den strache gewählt, weil der hört mir zu. und am liebsten hätte ich mich jedes mal aufs neue übergeben. weil diese person, diese partei, die hört dir nicht zu. die scheisst auf dich, die scheisst auf das, was du glaubst, was du für richtig hältst, wo du her kommst, was du machst. das einzige, worauf diese person, diese partei nicht scheisst, ist deine stimme. und du findest das auch noch gut. und das bringt mich zur weissglut. grünglut. rotglut. das kotzt mich an!

und jetzt erklär ich dir auch, wieso mich das so ankotzt: du  hast heute eine partei gewählt, die keinen konsens sucht, die keine lösungen sucht, die lösungen wahrscheinlich nicht mal gut findet, du hast heute eine partei gewählt, die nichts anderes kann, als andere leute anzuschreien, in ein schlechtes licht zu tauchen, andere leute in gegenden zu bewegen, mit denen sie nichts zu tun haben.

natürlich: die anderen parteien habens der f sehr leicht gemacht, vor allem die spö. weil wien ist nicht spö-eigenbau, das sollte spätestens seite heute bei allen parteimitgliedern der roten angekommen sein.

aber, und das mal ganz deutlich: durch deine „proteststimme“ hast du folgendes erreicht: ausländerhetze, populismus der übelsten sorte, das nicht-lösen, sondern das schreien, das alles hast du heute gewählt. du hast heute einen weiteren stein in die mauer der vernaderer, der aussichtlosen, der perspektivverweigerer gesetzt, du hast heute mit deiner stimme dein land, das du angeblich so liebst und vor fremden (!!!) schützen möchtest, um jahrzehnte zurückgeworfen, mit deiner stimme.

zum kotzen ist das, jawohl, zum kotzen, und ich bemühe mich da gar nicht um nettere worte, weil ichs auch nicht tun muss.

aber das heutige ergebnis ist eine schande. eine schande, eine verdammte schande!

brauchen wir überall zugangsbeschränkungen?

frau marek (name nicht frei erfunden, die im moment wohl bekannteste frau marek, die von der övp, halt…) präsentierte heute einen sensationellen vorschlag: wir brauchen ab jetzt nicht nur zugangsbeschränkungen an spielplätzen, parkplätzen und universitäten brauchen, sondern auch in unseren u-bahnen, also, nicht unseren, in denen der stadt wien, halt.

in der tat halte ich das für eine vorzügliche idee. dass man das gesamte ticketsystem der wiener linien umstellen müsste, denn die papierenen tickets, die ma haben, die passen leider nicht rein, und die folierten jahrestickets, ui, das is auch so eine sache, das wird wahrscheinlich so nicht funktionieren, aber, nein, moment, wir habens, wir nehmen etickets (denn die deutsche sprache ist nicht reich genug an wörtern, um diese dinger zu beschreiben), und die sind super, weil die buchen auch nur das ab, was man tatsächlich fahrt, ja, weil der tarifdschungel, der tarifDSCHUNGEL der wiener linien, der ist ja eine frechheit, da kennt sich überhaupt niemand mehr. und wennst mal in der fettn heimfahrst und dich am nächsten tag fragst, wie, dann rufst einfach bei den wiener linien an, und fragst, weil die haben ja aufgezeichnet, was abgebucht wurde, weil abgebucht wurde freilich nur, was du gefahren bist, jawohl!

dass man sämtliche stationen der u-bahn umbauen müsste, das sind nämlich ab herbst eh nur 100, da sind ja auch ein paar ganz alte dabei, da kann man schon wieder investieren, jedenfalls, das ist ja kein problem. und die mit die rollstühle, die fahren halt, ja, na, das werma schon machen, und die radlfahrer, die wollen wir ja sowieso nicht, die wollen ja bitte sportlich sein, also bitte auch bei regen, und die mit die kinderwägen, ach, die können sich ubahnfahren eh nicht leisten.

und bitte, der benefit, der ist doch sowieso groß genug, um alles andere zu vergessen. keine kriminellen mehr in der ubahn, keine handtaschendiebe, nein, nein, weil die können ja nimma in die station und die ubahn. voll clever, oder? und schwarzfahrerinnen und schwarzfahrer die uns jetzt schon so schwer auf der tasche liegen, die wirds auch nicht mehr geben, nie wieder, und alle werden wir glücklich sein, jawohl!

also, kurze zusammenfassung: nur weil man den zutritt zu etwas beschränkt, heissts nicht, dass es dadurch automatisch besser wird. destruktive politik führt nicht dazu, dass etwas besser wird. gelbe plakate bewirken selten, dass alles besser wird.

ps: einen vorschlag hätt ich: einfach die nicht mehr an der grenze gebrauchten grundwehrdiener abstellen. da kann man sich dann wenigstens unterhalten. oder war das jetzt wer anderer?